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Spotanalyse

USA: Düstere BIP-Zahlen sind erst ein Vorgeschmack

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der USA fällt im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4.8 %.

Diese Veränderung gibt einen ersten Anhaltspunkt, wie sich die westlichen Volkswirtschaften zu Beginn der Corona-Krise geschlagen haben. Die Prognosespanne war gross. Wie stark sich das Virus bereits im ersten Quartal in den USA ausgewirkt hat, war mit einigen Fragezeichen versehen. Wie wir jetzt wissen, kam es bereits zu ordentlichen Blessuren.

Die Eindämmungsmassnahmen hinterliessen kräftige Bremsspuren. Vor allem der private Konsum stürzte mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 7.6 % ab. Generell gilt: Bis auf den Staatskonsum dominiert bei den übrigen BIP-Komponenten weitgehend das Minus. Gut lief es lediglich noch für den Bau.

So düster diese Zahlen auch sein mögen, die vollen Auswirkungen der Eindämmungsmassnahmen treten in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erst noch zu Tage. Es werden Negativrekorde gebrochen werden – so viel steht fest. Sensationshungrige werden voll auf ihre Kosten kommen. Doch letztlich ist weniger von Bedeutung, wie stark die Wirtschaft im ersten Halbjahr einbricht. Entscheidend ist, wie schnell oder langsam sie aus dem tiefen Loch finden wird.

Es geht also um jene Buchstaben, mit denen die Erholung derzeit verglichen wird. Für den Konjunkturverlauf stehen ein V (starker Einbruch gefolgt von starker Erholung), ein U (starker Einbruch gefolgt von schleppender Erholung) oder im schlimmsten Falle ein L (starker Einbruch gefolgt von keiner oder nur einer marginaler Erholung) zur Auswahl. Ein U erscheint uns als das realistischste Szenario. Es wird Monate dauern, bis sich die Wirtschaft von den Strapazen einigermassen erholt.

Die US-Notenbank Fed wird derweil heute Abend ihre Füsse still halten. Die bereits implementierten Massnahmen sind in ihrer Fülle bereits einmalig. Es geht jetzt erst einmal darum, die Aktionen im Einzelnen zu bewerten, ehe es zu einer etwaigen weiteren Ausweitung der Geldpolitik kommt.

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