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Spotanalyse

Notenbanken eilen zu Hilfe: Jetzt auch die Bank von England

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Die Notenbanken sind wie die Feuerwehr, die auf das neue Coronavirus reagieren. Die Bank von England senkt am Mittwoch den Leitzins in einem überraschenden Schritt um 50 Basispunkte auf 0.25 %. Die amerikanische Notenbank, die Fed, hatte bereits letzte Woche gehandelt. Ist erst einmal der Schlüsselzinssatz bei Null, dürften auch wieder grössere Wertpapierkäufe auf der Agenda stehen. Das zeugt von Handlungsbereitschaft.

Am morgigen Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) nachlegen und den Einlagesatz um vermutlich 10 Basispunkte senken. Weitere langfristige Refinanzierungsgeschäfte könnten ebenfalls bekannt gegeben werden. Gleichzeitig dürften die Euro-Währungshüter die Freigrenze erhöhen, ab welcher die Banken den Negativzins bezahlen müssen.

Ob es bei der EZB zu einer sofortigen Ausweitung der monatlichen Wertpapierkäufe kommt, bleibt fraglich. Die Anhebung des sogenannten «Emittentenlimits» dürfte aber ausreichen, um deutlich zu machen, dass die EZB handeln kann. Bislang darf sie nicht mehr als 33 % der Anleihen eines Staates halten. Diese Grenze ist bei deutschen Bundesanleihen fast erreicht.

Die Zinssenkungen zeigen, dass die Geldpolitik ihre schützende Hand über die Wirtschaft hält. Allerdings hilft dies ökonomisch derzeit nur bedingt. Wichtig sind jetzt staatliche Kreditlinien. Letztere können die Liquiditäts-versorgung kleinerer und mittlerer Unternehmen aufrechterhalten. Aufgrund von regulatorischen Vorgaben sind den Geschäftsbanken oftmals Liquiditätshilfen nicht möglich.

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