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Spotanalyse

Ifo-Geschäftsklimaindex: Wirtschaftlicher Tiefschlag ist beendet

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt im Juli von 86.3 auf 90.5.

Die deutschen Unternehmen blicken erneut optimistischer in die Zukunft. Das ist nun der dritte Anstieg in Folge, was für eine wirtschaftliche Trendwende spricht. Im zweiten Halbjahr werden wieder positive Wachstumsraten zu vermelden sein. Der wirtschaftliche Tiefschlag ist vorerst beendet. Jetzt sind stellenweise kräftige Aufholprozesse am Werk. Dies wird auch noch in den kommenden Monaten der Fall sein. Die vom ifo-Institut befragten Unternehmen sind für den weiteren Geschäftsverlauf zuversichtlich. Der entsprechende Teilindex steigt von 91.6 auf 97. Hier hilft sicherlich auch teilweise das Konjunkturpaket. Die Mehrwertsteuersenkung erfreut die Dienstleistungsbranche. Aber selbst das schwer gebeutelte verarbeitende Gewerbe sieht Licht am Ende des Tunnels. Der Teilindex für das verarbeitende  Gewerbe blickt auf eine neuerliche spürbare Verbesserung.

Trotz der wirtschaftlichen Aufhellung sollte man Demut walten lassen. Der deutsche Konjunkturmotor stotterte bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie. In den Monaten März und April wurde dann aufgrund der Eindämmungsmassnahmen der Zündschlüssel gezogen. Jetzt läuft der Motor zwar wieder an, aber die Umdrehungszahlen bleiben über das Jahr 2020 hinausgeblickt wolkenverhangen. Das zweite Halbjahr 2020 wird von Aufholprozessen geprägt sein. Wie es um die deutsche Wirtschaft tatsächlich steht, offenbart sich dann im kommenden Jahr.

Die Corona-Pandemie hält die Weltwirtschaft noch länger im Würgegriff. Solange kein Impfstoff verteilt wird, kann sich die globale Konjunktur nicht nachhaltig erholen. Und vor allem: Die USA hat das Virus nicht im Griff. Der wirtschaftliche Neustart fällt deshalb jenseits des Atlantiks holprig aus. Das wird die deutsche exportstarke Industrie noch einige Zeit zu spüren bekommen. Aber auch der Strukturwandel in der Automobilindustrie kostet ganz unabhängig von der Corona-Pandemie Wachstumspotenzial. Es bleibt deshalb mittelfristig schwierig. 

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