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Spotanalyse

EZB: Phase 2 hat begonnen

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 1 Min
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Geldpolitik bei und nimmt keine Änderung vor.

Das Fazit zur heutigen Zinssitzung der EZB lautet: Es war eine «normale» Zinssitzung. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde reflektierte die bisherige Geldpolitik und erwähnte die bestehenden hohen Unsicherheiten. Der erste Brand nach Ausbruch der Corona-Pandemie ist gelöscht. Jetzt beginnt die zweite Phase: Aus dem Schwelbrand darf kein neues Feuer mehr erwachen.

Lagarde machte deutlich, dass nun vor allem die Politik gefragt sei. Der weitere wirtschaftliche Verlauf hänge auch davon ab, ob der 750 Mrd. Euro schwere Wiederaufbaufonds der EU geschaffen wird. Insgesamt war der Tonfall weniger pessimistisch als in den vergangenen Monaten. Die Lockerung der Eindämmungsmassnahmen hellte auch die trübe Stimmung in den Fluren des EZB-Gebäudes auf.

Nach all den schwierigen Monaten war es heute eine wohltuende Sitzung. Es gab Zeit zur Reflexion. Es geht darum, die eingeführten Massnahmen setzen zu lassen und deren Wirkung abzuwarten. Das ist gut so. Es ist derzeit keine Not am Mann für übereilte weitere Aktionen. Die europäischen Währungshüter sind weiterhin bereit, helfend zur Seite zu stehen. Jetzt muss es aber um gezielte Hilfe gehen. Die Zeit des Giesskannenprinzips, bei dem möglichst viele profitieren, ist vorbei. Die zweite Phase der Krisenbekämpfung ist eingeläutet.

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