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Spotanalyse

Eurozone: Schwaches Wachstum, niedrige Kerninflationsrate

Lesedauer: 2 Min
Die Eurozone ist im 4. Quartal 2019 mit lediglich 0.1 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das schlechte Abschneiden der französischen Wirtschaft belastet. Das Jahreswachstum liegt damit bei 1.2 %.

Das Wachstum schleppt sich dahin. Der wiederholt nur magere Zuwachs des Bruttoinlandprodukts (BIP) macht deutlich, dass es an der einen oder anderen Stelle klemmt. Eine davon ist die Industrie. Sie leidet unter den Handelskonflikten und dem Strukturwandel in der Autoindustrie. Der Dienstleistungssektor und die Bauwirtschaft stützen das Wachstum.

Frankreich musste im Schlussquartal 2019 überraschend deutlich Federn lassen. Die wirtschaftliche Entwicklung der «Grande Nation» galt eigentlich als verhältnismässig robust. Eine schwache Exportentwicklung, nachgebende Lagerbestände und ein schwacher privater Konsum liessen die französische Wirtschaft aber um 0.1 % schrumpfen.

Zwar macht es die deutsche Wirtschaft der französischen nicht gleich, doch mehr als eine schwarze Null war nicht drin. Wenn die beiden grössten Volkswirtschaften nicht vom Fleck kommen, muss es nicht verwundern, dass dies auf den gemeinsamen Währungsraum entsprechend deutlich durchschlägt.

Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich bislang nicht deutlich aufgehellt. Jetzt kommt mit dem neuen Coronavirus noch ein weiterer temporärer Belastungsfaktor hinzu. Die Eurozone muss deshalb auch im laufenden Jahr kleine Brötchen backen.

Die Inflationsrate des gemeinsamen Währungsraumes steigt im Januar von 1.3% auf 1.4%. Darin manifestieren sich vor allem höhere Energiepreise. Die Kerninflationsrate fällt hingegen und liegt im ersten Monat des Jahres bei 1.1%.

Der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wird das heute veröffentlichte Zahlenwerk nicht gefallen. Das BIP ihres Heimatlandes schrumpft, das Wachstum für den Währungsraum fällt mager aus und die Inflationsrate ist weit vom EZB-Ziel entfernt. Es ist deshalb durchaus möglich, dass der Einlagesatz um weitere 10 Basispunkte gesenkt wird.  

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group     

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