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Spotanalyse

Einkaufsmanagerindizes machen einen gewaltigen Sprung nach oben

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone steigt im Juni von 39.4 auf 46.9. Die Dienstleistungsbranche ist ebenfalls über die Lockerungsmassnahmen erleichtert. Der entsprechende Index legt von 30.5 auf 47.3 zu. Der aus beiden zusammengefasste vorläufige Einkaufsmanagerindex springt von 31.9 auf 47.5.

Der Weg zurück zum Normalzustand manifestiert sich nun auch in einem deutlich aufgehellten Konjunkturausblick der Unternehmen. Es herrscht Erleichterung. Vor allem in Frankreich hellte sich das Bild massiv auf. Die Grande Nation war von den Eindämmungsmassnahmen deutlich betroffen. Die Franzosen jubilieren nun über das wiedergewonnene öffentliche Leben. Offene Cafés auf der Champs-Elysées  lassen das französische Herz höherschlagen. Sowohl der Index für das verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor liegen für Frankreich nun sogar über der Expansionsschwelle von 50. Die Konjunkturampeln stehen in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone auf Grün.

Allerdings sollten diese Konjunkturfrühindikatoren aktuell nicht eins zu eins in Wachstumsverläufe übersetzt werden. Die Wirtschaft wird sich nach dem Pandemie-Schock nur langsam wieder berappeln. Ein rasches Zurück zum alten Wachstumspfad wird es nicht geben. Die Einkaufsmanagerindizes sind deshalb derzeit primär als grober Wasserstandmelder zu verstehen. Eine Punktprognose lässt sich hingegen nicht ableiten.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass teilweise aus Kurzarbeit Arbeitslosigkeit wird. Aber auch Menschen mit einer Beschäftigung sind in Anbetracht der schwierigen Verhältnisse verunsichert und stellen grosse Anschaffungen zurück. Unternehmen geht es bei ihren Investitionsvorhaben ähnlich. Gerade diese Verunsicherung wird das Wirtschaftswachstum noch geraume Zeit dämpfen.

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