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Taktische Positionierung

Die Fed lässt nichts unversucht

Dr. Felix Brill, Chief Investment Officer VP Bank
Lesedauer: 5 Min
Die amerikanische Notenbank Fed hat nicht bis zur regulären Sitzung Mitte dieser Woche gewartet, sondern ist bereits am gestrigen Sonntag zur Tat geschritten. Der Leitzins wird auf einen Schlag um 100 Basispunkte auf praktisch null gesenkt. Die Anleihenkäufe werden wieder substanziell nach oben gefahren. Und es werden eine ganze Reihe von kurzfristigen Massnahmen ergriffen, die die Liquidität im Bankensystem verbessern sollen. Die Botschaft hätte klarer nicht sein können: die Fed wirft alles in die Waagschale.

Dieser aussergewöhnliche Schritt hat jedoch nicht zur Beruhigung an den Finanzmärkten beigetragen. Ganz im Gegenteil. Die asiatischen Börsen haben im Minus geschlossen und die europäischen Aktienmärkte haben tiefrot eröffnet. Zu dramatisch sind offensichtlich die Entwicklungen rund ums Coronavirus, als dass die Fed-Massnahmen allein beruhigen könnten.

Es ist zu befürchten, dass die Verunsicherung in der Gesellschaft und damit auch an den Finanzmärkten in den nächsten Tagen anhalten wird. Die Simulationen der Experten deuten alle darauf hin, dass die Fallzahlen von mit dem Coronavirus Infizierten in Europa und den Vereinigten Staaten weiter steigen werden bevor die Abschottungsmassnahmen ihre Wirkung zeigen sollten.

Damit bleibt es auch wahrscheinlich, dass an den Finanzmärkten wie bereits in den letzten Tagen Hoffnungsschimmer schlagartig durch Ernüchterung abgelöst werden können. Und umgekehrt. Grössere Kursausschläge werden damit wohl fürs erste an der Tagesordnung bleiben.
In Anbetracht dessen gelten nach wie vor unsere Handlungsempfehlungen:

  • Unbedingt Situationen vermeiden, in denen man verkaufen muss. Die Liquidität ist in vielen Anlage-klassen in solchen Stressphasen eingeschränkt und die Preisabschläge können deshalb enorm sein.
  • An einer breiten Diversifikation im Portfolio festhalten und wenn möglich, sogar verbreitern. Dabei gilt es auch regionale Aspekte zu berücksichtigen.
  • Währungsrisiken konsequent abzusichern.
  • Keine neuen Kreditrisiken einzugehen.
  • Opportunistisch Kaufgelegenheiten zu nutzen, dabei aber immer das eigene Risikobudget eng überwachen. Wir haben hierfür eine selektive Auswahl von qualitativ hochwertigen Titeln zusam-mengestellt.

An dieser Stelle möchten wir insbesondere den Diversifikationsaspekt hervorheben. Viele Anlageklassen haben in den letzten Wochen deutlich korrigiert. Allen voran die Aktienmärkte, die teilweise seit Mitte Februar bereits über 30 % eingebüsst haben. Aber nicht alle Anlageklassen haben im gleichen Ausmass korrigiert. Einige wie Staatsanleihen oder Gold konnten seit Jahresbeginn sogar zulegen. Stellt man ein Portfolio also breiter auf, können Einbrüche von einzelnen Anlagen im Portfolio bis zu einem gewissen Grad abgefedert werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt seit Jahresbeginn die Performance derjenigen Anlageklassen, welche wir in unseren gemischten Mandaten berücksichtigen. Der VP Bank Strategiefonds CHF Balanced, welcher in der strategischen Anlageallokation 40 % Aktien aufweist, hat per Ende letzter Woche einen Rückgang von 10.8 % seit Jahresbeginn zu verzeichnen.

Asset Class Performance

Die Korrektur an den Aktienmärkten macht sich hier natürlich negativ bemerkbar. Immerhin hat die Diversifikation durch die Berücksichtigung der anderen Anlageklassen den Rückgang abfedern können. Nun stellt sich die Frage, ob damit das Schlimmste bereits ausgestanden ist. Dazu haben wir uns die grössten Korrekturen der letzten 20 Jahre angeschaut. Nachfolgende Abbildung zeigt die grössten zwischenzeitlichen Wertverluste für die dem Strategiefonds CHF Balanced zugrundeliegende strategische Anlageallokation. Der grösste Rückgang wurde dabei wenig überraschend  im Zuge der Finanzkrise mit rund 28 % verzeichnet. Die Vergangenheit hat aber auch gezeigt, dass es wichtig ist, mit fortschreitender Dauer einer Korrektur nicht auszusteigen, sondern investiert zu bleiben. Dadurch kann man von der darauffolgenden Erholung profitieren und die erlittenen Wertverluste schnellst-möglich wieder wettmachen.

Dauer der Rcovery

Diese Dokumentation wurde von der VP Bank AG (nachfolgend Bank) erstellt und durch die Gesellschaften der VP Bank Gruppe vertrieben. Diese Dokumentation stellt kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die darin enthaltenen Empfehlungen, Schätzungen und Aussagen geben die persönliche Auffassung des betreffenden Analysten der VP Bank AG im Zeitpunkt des auf der Dokumentation genannten Datums wieder und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Dokumentation basiert auf Informationen, welche als zuverlässig eingestuft werden. Diese Dokumentation und die darin abgegebenen Einschätzungen oder Bewertungen werden mit äusserster Sorgfalt erstellt, doch kann ihre Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit nicht zugesichert oder gewährleistet werden. Insbesondere umfassen die Informationen in dieser Dokumentation möglicherweise nicht alle wesentlichen Angaben zu den darin behandelten Finanzinstrumenten oder deren Emittenten. 

Weitere wichtige Informationen zu den Risiken, welche mit den Finanzinstrumenten in dieser Dokumentation verbunden sind, zu den Eigengeschäften der VP Bank Gruppe bzw. zur Behandlung von Interessenkonflikten in Bezug auf diese Finanzinstrumente sowie zum Vertrieb dieser Dokumentation finden Sie unter  https://www.vpbank.com/rechtliche_hinweise

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