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Spotanalyse

Deutschland: Kurzarbeit überdeckt angespannte Situation

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 1 Min
Die Arbeitslosenquote steigt im Juni saisonbereinigt von 6.3 % auf 6.4 %.

Der leichte Anstieg der Arbeitslosenquote täuscht über die schwierige Situation am deutschen Arbeitsmarkt hinweg. Die Kurzarbeit überdeckt die angespannte Situation. Nichtsdestotrotz kamen saisonbereinigt im Juni 69'000 neue Arbeitslose hinzu. Damit haben alleine im zweiten Quartal 678'000 Menschen ihren Job verloren. Darin offenbart sich die ganze Brutalität der Corona-Pandemie.

Wenngleich das Wiederanfahren der Wirtschaft derzeit den Druck etwas lindert, von rosigen Beschäftigungsaussichten kann keine Rede sein. Viele Bereiche der deutschen Volkswirtschaft leiden noch immer unter den Konsequenzen des Virus. Allen voran steht dabei das Hotel- und Gaststättengewerbe und die Veranstaltungsindustrie. Aber auch das verarbeitende Gewerbe kommt aufgrund der schwachen Auslandsnachfrage in Nöte.

Kurzarbeit wird weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Krisenmanagements bleiben müssen. Dem deutschen Arbeitsmarkt stehen in den kommenden Monaten noch schwierige Zeiten bevor. Die exportstarke Industrie leidet unter der globalen Rezession. Schon jetzt zeichnet sich für die Herbstmonate eine globale Insolvenzwelle ab. Es bedarf weiterhin kreativer Lösungsansätze, um die Beschäftigten über die Krise hinaus an ihre Unternehmen zu binden. Die Betriebe brauchen ihre Fachkräfte, um einen späteren Aufschwung gewährleisten zu können. Die deutsche Regierung muss den Arbeitgebern deshalb neue Arbeitssicherungswege eröffnen.

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