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Spotanalyse

Das Feld der demokratischen Präsidentschaftskandidaten lichtet sich

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Langsam kristallisiert sich heraus, wer bei den Demokraten das Rennen machen wird. Nach den Vorwahlen am «Super Tuesday» sind 40% der Delegiertenstimmen vergeben. Joe Biden geht in die Poleposition der Präsidentschaftswahlkandidaten und wird wohl auch in den weiteren Vorwahlen die Nase vorn haben. Er ist aus unserer Sicht der Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

Biden ist der Wunschkandidat der Finanzmärkte. Der gemässigte Demokrat würde für Entspannung bei den Handelskonflikten sorgen. Ein milderer Ton den wichtigsten US-Handelspartnern gegenüber würde für weniger Nervosität sorgen. Doch die Demokraten haben schlechte Karten gegenüber Donald Trump.

Trump sitzt fest im Sattel – ganz unabhängig wer gegen ihn antritt. Denn der Amtsbonus wiegt schwer. Das zeigt unsere Analyse. Von den 44 vor Trump regierenden Präsidenten konnten sich 20 eine zweite Amtszeit sichern. Lediglich 10 wurden nicht wiedergewählt. In sechs dieser Fälle war der Grund dafür entweder eine schwierige Situation der US-amerikanischen Wirtschaft, ein politischer Skandal oder ein militärischer Einsatz. Umgekehrt gilt: Läuft die Wirtschaft auch nur einigermassen rund, ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Amtsperiode von Donald Trump sehr hoch.

Aber auch das Wahlsystem der USA ist derzeit auf Seite von Trump. Das Mehrheitswahlrecht spricht derzeit für einen ähnlichen Ausgang wie 2016. Damals hatte die Demokratin Hillary Clinton einen Vorsprung von rund 2.8 Millionen Stimmen. Allerdings hatte Trump eine Mehrheit im Wahlmännergremium. Diese Konstellation geht auf das Mehrheitswahlrecht zurück. Es ist also durchaus möglich, dass Joe Biden landesweit auf mehr Stimmen kommt, der amtierende Präsident aber im Wahlmännergremium die Nase vorn hat.

Wäre da nicht noch das neue Coronavirus: Würden die USA vom Virus stärker befallen und würde dadurch die Wirtschaft des Landes stärker in Mitleidenschaft gezogen werden, könnte dies die Wählerschaft gegen Trump aufbringen. Dann würde wohl vom fehlenden «Krisenmanagement» gesprochen werden. Das Coronavirus ist für Trump also mit Risiken behaftet, und er weiss es. Er wird deshalb wohl mit energischen Massnahmen gegen das Virus vorgehen. Ein US-Konjunkturprogramm ist in diesem Fall naheliegend.

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