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Spotanalyse

China: Einkaufsmanagerindex zeugt von Rückkehr zur Normalität

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China erholt sich im März überraschend stark von 35.7 auf 52. Der Index für den Dienstleistungssektor schiesst regelrecht nach oben und steigt von 29.6 auf 52.3. Beide Werte sind überraschend gut.

Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes machen Mut. Das Konjunkturbarometer für das verarbeitende Gewerbe liegt sogar über den Werten im vergangenen Herbst und Winter. Die Unternehmen dürften sich in Anbetracht des mehrwöchigen Produktionsausfalls über Nachholeffekte freuen. Der konjunkturelle Verlauf in China ähnelt damit dem Buchstaben V. Einem scharfen wirtschaftlichen Einbruch folgt eine rasche Erholung. Im Reich der Mitte waren die Beschränkungen des öffentlichen Lebens sehr strikt, das scheint sich nun auszuzahlen. Die Erholung fällt nun entsprechend kräftig aus.

Die Entwicklungen in China zeigen aber auch, was im Rest der Welt noch vor uns liegt. Die dortigen Einschränkungen fingen bereits im Januar an. Jetzt, mehrere Wochen später, findet die Wirtschaft wieder zur Normalität zurück. Für Europa und die USA bedeutet dies: Die Durchquerung des Tals der Tränen dauert länger als man vielerorts wahr haben möchte.

Allerdings wird auch in China vorerst nicht wieder alles perfekt sein. Zum einen bedeutet der Weg zurück zur Normalität, dass die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder zunehmen wird – zumindest in begrenztem Umfang. Darüber hinaus rollt die Corona-Welle derzeit über Europa und die USA. Das bedeutet auch für China, dass die Exportaufträge in den kommenden Monaten noch stocken werden. Die globale Wirtschaft sitzt derzeit im gleichen Boot. Solange die USA und Europa wirtschaftlich darniederliegen wird auch China weiterhin unter wirtschaftlichen Ansteckungsgefahren leiden. Aber zunächst sollten wir uns mit China über das heutige Zahlenwerk freuen.

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