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Spotanalyse

ZEW-Konjunkturerwartungen steigen deutlich: Wird jetzt alles wieder gut?

Lesedauer: 2 Min
Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im September von -44.1 auf -22.5 Punkte.

Dass die ZEW-Konjunkturerwartungen spürbar zulegen, ist keine grosse Überraschung. Die versöhnlicheren Töne zwischen den USA und China nährten die Hoffnung, dass es doch noch zu einer Lösung der Handelsstreitigkeiten kommt. Darüber hinaus hat sich die Gefahr eines harten Brexit nach den Interventionen des britischen Unterhauses deutlich verringert. Auch die positive Stimmung an den Börsen hat sicherlich günstig auf die vom ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) befragten Finanzmarktanalysten abgefärbt. Der Angriff auf die saudischen Ölanlagen ist im aktuellen Indexstand allerdings noch nicht reflektiert. Bleibt ein weiterer deutlicher Ölpreisanstieg aus, dürften sich die realwirtschaftlichen Konsequenzen aber ohnehin in engen Grenzen halten. Insofern ist davon auszugehen, dass sich selbst unter Berücksichtigung der jüngsten Attacken am Anstieg des Konjunkturbarometers nichts verändert hätte.

So sehr man gerne Hoffnung aus dem Anstieg der ZEW-Konjunkturwartungen schöpfen würde, um die deutsche Wirtschaft ist es vorerst nicht gut bestellt. Auch wenn es zu einer Lösung der Zollstreitigkeiten käme, müssen wir leider feststellen: Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Die Auftragseingangsdaten aber auch die Daten zur Industrieproduktion geben wenig Anlass, von einer raschen wirtschaftlichen Trendwende auszugehen. Die kommenden Quartale werden für die deutsche Industrie ungemütlich bleiben. Die sich eintrübende Situation am deutschen Arbeitsmarkt trägt nicht gerade zur Beruhigung bei. So richtig Freude möchte deshalb über den Anstieg des ZEW-Konjunkturbarometers nicht aufkommen.

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group                                  

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