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Spotanalyse

USA: Kerninflationsrate bleibt auf relativ hohem Niveau

Lesedauer: 1 Min
Die US-Inflationsrate fällt im Januar von 1.9 % auf 1.6 %. Die Kerninflationsrate bleibt dagegen bei 2.2 %.

Der Rückgang der Teuerungsrate reflektiert vor allem die im Jahresvergleich wesentlich geringeren Ölpreise. Unter Herausrechnung der volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise bleibt die Teuerung hingegen auf verhältnismässig hohem Niveau.

Für die US-Notenbank (Fed) ist die Teuerungsrate als neutral zu bewerten. Weder lässt sich daraus die dringende Notwendigkeit einer Zinssenkung noch einer Zinserhöhung ableiten. Im Trend der vergangenen Monate ist jedoch ein Anziehen der Löhne unübersehbar. Steigende Arbeitnehmerentgelte bergen jedoch die Gefahr, dass die Unternehmen die gestiegenen Kosten auf ihre Produkte umlegen. Im schlimmsten Falle entwickelt sich daraus eine Lohn-Preis-Spirale. Letzteres ist zwar aktuell nicht zu erwarten, allerdings können die gestiegenen Lohnkosten durchaus zu einem weiteren moderaten Anstieg der Kerninflationsrate führen.

Ein zuletzt äusserst starker US-Arbeitsmarktbericht, steigende Löhne, eine robuste Konjunkturentwicklung und eine Kerninflationsrate von über 2 % sprechen jedenfalls energisch gegen eine Zinssenkung. Halten die Wachstumsraten im laufenden Jahr einigermassen Kurs, könnte die Fed im zweiten Halbjahr wieder mit Zinserhöhungen aufwarten. Die US-Notenbank muss mit ihrer Wortwahl sorgfältig umgehen. Fed-Chef Jerome Powell darf jedenfalls nicht mit einer zu vorsichtigen Einschätzung eine falsche Fährte in Richtung Zinssenkungen legen.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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