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Spotanalyse

USA: BIP für das 1. Quartal 2019

Lesedauer: 2 Min
Das Bruttoinlandsprodukt der US-Wirtschaft legte in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 um satte 3.2% gegenüber dem Vorquartal zu.

Die Wachstumsrate ist erstaunlich stark, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der private Konsum aufgrund des Regierungsstillstandes verhältnismässig schwach ausfiel. Besonders die Investitionen können kräftig zulegen: Vor allem aufgrund eines ordentlichen Zuwachses von geistigem Eigentum. Auch die Exporte ziehen kräftig an, sodass der Aussenbeitrag positiv zum Wachstum beitrug. Dem aber nicht genug: Die Staatsausgaben zeigen ebenfalls ein unerwartet deutliches Plus. Eine grosse Portion des Wachstums ging auch auf einen deutlichen Lageraufbau zurück.

Es läuft nach wie vor rund in der US-Wirtschaft. Daran wird sich auch in den kommenden Quartalen kaum etwas Prinzipielles ändern - wenngleich die BIP-Zuwächse etwas geringer ausfallen werden. Der deutliche Lageraufbau ist eben unter anderem auch für das starke Wachstum im ersten Quartal verantwortlich, der sich so nicht wiederholen dürfte.

Der Arbeitsplatzaufbau über die vergangenen Jahre hinweg und steigende Löhne sind der Garant für solide BIP-Zuwachsraten. Da Finanzierungen mit langer Zinsbindung aufgrund des vorsichtigen Tons der US-Notenbank merklich gefallen sind, könnten selbst die Bauinvestitionen in den kommenden Quartalen wieder positiv zum Wachstum beitragen. Damit sind wir aber bei einem heiklen Punkt angelangt. Liegt die Fed überhaupt richtig? Das Wachstum ist robust, die Löhne legen zu und nun notieren auch noch die Ölpreise höher. Das sind die richtigen Zutaten für einen zumindest moderaten Anstieg der Inflationsraten - und zwar über das von der Fed gewünschte Ziel von 2 % hinaus. In Anbetracht dessen präsentiert sich Fed-Chef Jerome Powell zu defensiv. Die Notenbanksitzung in der kommenden Woche wird deshalb interessant werden. Die Washingtoner Währungshüter müssen sich die Tür für weitere Zinserhöhungen offen halten. Eine ausgeglichene Wortwahl ist notwendig. Zuletzt galt das Augenmerk zu sehr den wirtschaftlichen Risiken.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group    

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