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Spotanalyse

USA: Arbeitsmarktbericht für den März – besser als erwartet

Lesedauer: 2 Min
Ausserhalb der Landwirtschaft wurden im März 196‘000 neue Stellen geschaffen. Der Vormonatswert wurde nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote verbleibt bei 3.8 %.

Da soll noch einer sagen, es liefe in der US-Wirtschaft nicht. Da ist die Rede von einer nahenden Rezession, doch gleichzeitig zeigt der US-Arbeitsmarkt noch immer Vitalität. Eine schlichtweg solide Zahl wurde heute präsentiert. Interessant ist auch der Blick auf den Lohnzuwachs. Dieser lag im März bei Plus 3.2 %. Das ist zwar etwas weniger als im Vormonat, doch der Februar-Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne von 3.4 % war Sondereffekten geschuldet.

Der Zuwachs der Arbeitnehmerentgelte bleibt auf hohem Niveau. Diese wurden auch vor der Finanzmarktkrise gemessen. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, wie stark die US-Notenbank zuletzt zurückruderte. Weitere Zinserhöhungen scheinen im laufenden Jahr kein Thema mehr zu sein. Die Lohnzuwächse zeigen allerdings, dass die Inflationsrisiken keineswegs gebannt sind. Fangen die Unternehmen an, die höheren Gehälter auf die Produkte umzuschlagen, droht ein breiter Teuerungsschub. Das muss nicht so kommen, aber das alleinige Risiko sollte eine Notenbank eigentlich dazu veranlassen, sich möglichst die Tür für Zinserhöhungen offen zu lassen. Fatal wäre, wenn die Fed plötzlich doch wieder umschwenken und weitere Zinserhöhungen in Aussicht stellen müsste. Fed-Chef Jerome Powell tut jedenfalls gut daran, ein ausgewogenes Bild zu präsentieren und nicht einseitig Risiken hervorzuheben, wie es zuletzt der Fall war.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group       

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