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Spotanalyse

Schweizerische Notenbank hält weiterhin die Füße still

Lesedauer: 2 Min
Die SNB nimmt keine Änderung ihrer Zinspolitik vor. Das ergab die heutige geldpolitische Lagebeurteilung. Die Medienmitteilung der eidgenössischen Währungshüter wirkt wohltuend.

Die SNB geht zwar auf bestehende Risiken ein, doch die Konjunkturindikatoren würden weiterhin auf eine moderat positive Dynamik hinweisen. Dies zeigt, dass man in der Schweiz nicht in Panik verfällt und an einem ausgewogenen Bild festhält. Für das gesamte Jahr 2019 wird unverändert eine Zunahme des BIP von rund 1.5 % veranschlagt.

Verglichen mit den Pressetexten der EZB und der Fed wirken die Aussagen der SNB wesentlich ausgeglichener. Das ist auch gut so, denn bei allen gerechtfertigten und bestehenden wirtschaftlichen Risiken sollte nicht vergessen werden, dass die chinesische Regierung rekordhohe Steuersenkungen auf den Weg brachte. Gleichzeitig könnten schon bald die Handelsgespräche zwischen den USA und China zu einem positiven Ende kommen. Vor diesem Hintergrund sollten die Währungshüter in Washington und Frankfurt etwaige positive Wachstumsüberraschungen im zweiten Halbjahr nicht unterschlagen. Die eidgenössischen Währungshüter manövrieren sich jedenfalls nicht in eine Sackgasse, wie es die US-Notenbank in der vergangenen Nacht getan hat.

Die SNB wird also ihren eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Eine Änderung der Zinspolitik ist vorerst nicht zu erwarten. Die eidgenössischen Währungshüter täten aber gut daran, den Stellenwert der Währungsentwicklung zu reduzieren. Noch immer fürchtet man sich vor einer Aufwertung des Franken. Damit kettet sich die SNB aber unweigerlich an die geldpolitische Ausrichtung der EZB. Eine Emanzipation wäre notwendig, um in Zukunft tatsächlich einen Ausstieg aus dem Negativumfeld zu finden.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group       

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