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Spotanalyse

Schweiz: Rückläufige Investitionen verheissen nichts Gutes

Lesedauer: 2 Min
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz verzeichnet im zweiten Quartal ein Plus von 0.3 % gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig wurde das Wachstum für das erste Quartal deutlich nach unten revidiert. Statt der ursprünglich berichteten Zuwachsrate von 0.6 % war es im Zeitraum Januar bis März nur eine von 0.4 %.

Es war absehbar, dass sich die Schweiz dem negativen Sog der Eurozone nicht entziehen kann. Dem eidgenössischen BIP fehlt der nötige aussenwirtschaftliche Rückenwind. Die Exporte gehen zurück, was in Anbetracht des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds aber nicht überrascht.

Was auf der negativen Seite auffällt, ist der deutliche Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen. Die Unternehmen sind verunsichert und investieren weniger. Letztlich muss damit auch die Schweiz den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China Tribut zollen. Auch der ungelöste Brexit-Prozess drückt auf die Stimmung. Kein Wunder also, dass derzeit deutlich weniger Geld in das eigene Unternehmen gesteckt wird. Gleichzeitig kommt der Welthandel unter die Räder. Exportstarke Länder wie die Schweiz bekommen das zu spüren.

Das schwächere Wachstum sollte aber nicht mit dem stärkeren Franken begründet werden. Es sind die Handelsstreitigkeiten und der Brexit, die belasten, und nicht die Währung. Die Schweizerische Nationalbank sollte aus diesem Grund zunächst eine ruhige Hand bewahren. Noch negativere Zinsen werden nicht zu einer besseren konjunkturellen Situation führen.

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group                                  

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