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Spotanalyse

Schweiz: BIP übertrifft Erwartungen deutlich

Lesedauer: 1 Min
Im ersten Quartal ist ein BIP-Zuwachs von 0.6 % verbucht worden.

Das lässt sich sehen! Das Schweizer Bruttoinlandprodukt legt in den ersten drei Monaten des Jahres wesentlich stärker zu, als zu erwarten war. Vor allem ein kräftiger Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen schiebt die gesamtwirtschaftliche Expansionsrate an. Aber auch die Bauinvestitionen und der private Konsum waren wichtige Stützen. Der Aussenhandel kann ebenfalls positive Impulse setzen.

Die Binnenwirtschaft war einmal mehr ein verlässlicher Pfeiler des Wachstums. Ob sich dies in den folgenden Quartalen in dieser Weise wiederholen lässt, bleibt allerdings fraglich. Zum Hintergrund: Das globale Umfeld trübt sich auch aufgrund der fortwährenden Handelsstreitigkeiten ein. Das kann den Unternehmen die Investitionslaune verderben. Darüber hinaus stotterte der Konjunkturmotor in der benachbarten Eurozone gewaltig. Der BIP-Zuwachs des ersten Quartals setzt eine hohe Messlatte, die in den kommenden Quartalen kaum übersprungen werden kann. Nichtsdestotrotz legt das Wachstum zum Jahresauftakt eine wichtige rechnerische Basis, sodass der Gesamtjahreszuwachs im Jahr 2019 über demjenigen der Eurozone liegen wird.

Die Schweizerische Nationalbank dürfte die Zahlen wohlwollend aufnehmen. Unmittelbare Konsequenzen ergeben sich daraus allerdings nicht. Die weiterhin schleppende Inflationsentwicklung und die sich eintrübende Weltwirtschaft bleiben Hindernisse für eine baldige geldpolitische Straffung.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group       

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