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Spotanalyse

Inflationsrate runter – Italien in der Rezession – ungemütliche Zeiten für die EZB

Lesedauer: 2 Min
Das Jahr fängt für die EZB ungemütlich an. Die Inflationsrate fällt im Januar von 1.6 % auf 1.4 %. Die im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegene Kernteuerungsrate von 1.1 % (Dezember: 1.0 %) ist dabei nur ein schwacher Trost. Von Preisdruck kann jedenfalls nicht die Rede sein.

Der schwachen Inflationsentwicklung ist aber nicht genug, Mario Draghi wird auch mit so manchem Bedauern einen besorgten Blick auf sein Heimatland werfen. Wie wir seit gestern wissen, steckt Italien in der Rezession. Das sind alles andere als erbauliche Nachrichten für den obersten Währungshüter der Eurozone. Um aber für den EZB-Chef eine Lanze zu brechen: Man kann Mario Draghi nicht vorwerfen, tatenlos gewesen zu sein. Im Gegenteil, ohne Schützenhilfe der Geldpolitik sähe die Lage noch betrüblicher aus. «Tatenlosigkeit» passt hingegen schon besser zu so mancher europäischer Regierung. Nicht umsonst mahnt die EZB in ihrem Pressetext zum Zinsentscheid regelmäßig dringend notwendige Strukturreformen an.

Die EZB wird zunächst froh sein, dass die nächste Sitzung zur Geldpolitik erst im März ist. Es bleiben also noch ein paar Wochen, um abzuwarten wie die Teilkomponenten des Bruttoinlandsproduktes ins Jahr gestartet sind. Hält sich das Datenmaterial einigermassen über Wasser, wird die EZB versuchen, die Konjunkturdelle auszusitzen. Geht es hingegen weiter bergab, ist zumindest auf die geldpolitische Kreativität von Mario Draghi Verlass.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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