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Spotanalyse

Eurozone: Schwaches Wachstum im vierten Quartal – Italien in der Rezession

Lesedauer: 2 Min
Das BIP der Eurozone wächst im vierten Quartal um 0.2 %. Das Gesamtjahreswachstum 2018 liegt damit bei 1.8 %. Italien rutscht indes in die Rezession.

Zunächst zur guten Nachricht: Das Wachstum im 4. Quartal liegt im positiven Bereich. Unter anderem überraschte Frankreich bereits gestern mit einem leicht besseren BIP-Zuwachs als erwartet worden war von 0.3 % gegenüber dem dritten Quartal 2018. Auch die deutsche Wirtschaft wird im 4. Quartal ein Wachstum über der Nulllinie verbuchen können. Die Daten für Deutschland stehen aber noch aus. Nun zur schlechten Nachricht: Die italienische Wirtschaft verbucht erneut einen BIP-Rückgang. Letzteres fällt mit minus 0.2 % sogar stärker aus als erwartet worden war. Damit fiel das Land nun auch nach offizieller Lesart in die Rezession. Von «Bella Italia» und «La Dolce Vita» kann aus wirtschaftlicher Sicht derzeit nicht die Rede sein.

Es läuft derzeit nicht rund in der Eurozone. Zum einen belastete eine Reihe von Sonderfaktoren die wirtschaftliche Expansion. Die Stichwörter sind WLTP-Testzyklus oder auch der trockene Sommer des Vorjahres. Doch es sind eben nicht nur Sonderfaktoren, die das Wachstum bremsen. Da ist zum einen Deutschland, das sich zu sehr auf seinen Exporterfolgen ausruht und dabei wichtige Investitionen in die eigene Infrastruktur versäumt. Zum anderen schreit der wirtschaftliche Niedergang der italienischen Volkswirtschaft nach Strukturreformen, die leider unter der aktuellen Regierung nicht zu erwarten sind. Die Politik südlich der Alpen ruhte sich in den vergangenen Jahren zu sehr auf dem Ruhekissen der EZB aus. In Rom wird die To-Do-Liste immer länger. Realistischerweise bedarf es wohl eines Schockmoments, damit sich etwas in Italien bewegt. Die aktuelle Rezession ist jedenfalls ein Schuss vor den Bug.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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