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Spotanalyse

Eurozone: Inflationsentwicklung passt nicht ganz zum «Black Friday»

Lesedauer: 1 Min
Die Inflationsrate liegt im November bei 1.0 %. Im Vormonat waren es noch 0.7%. Die Kernteuerung beträgt 1.3%.

Die Inflationsrate steigt damit deutlicher als erwartet worden war. Das Zahlenwerk passt also nicht zum heutigen «Black Friday», an dem viele Waren regelrecht verramscht werden. Allerdings ist der Anstieg der Inflationsrate massgeblich auf einen Sondereffekt zurückzuführen. Für die Berechnung von Pauschalreisen kam eine neue Methodik zum Einsatz.  

Die neue EZB-Chefin Christine Lagarde darf sich also nicht zu früh freuen. Ein stärkerer Anstieg der Inflationsrate könnte ja als guter Einstieg in das Amt verstanden werden, würde sich daraus ein etwaiger Zinserhöhungsspielraum ergeben. Aber daraus wird nichts werden.

Da der Anstieg der Teuerung auf einen Sondereffekt zurückzuführen ist, handelt es sich nicht um einen stärkeren unterliegenden Preisdruck. Im Gegenteil: Die schwache wirtschaftliche Entwicklung spricht für niedrigere und nicht für höhere Teuerungsraten. Konnte sich die neue EZB-Präsidentin in den vergangenen Wochen über die feierliche Einführung in ihr Amt freuen, wird sie schon bald auf die Schattenseite ihres Amtes blicken. Nachhaltig höhere Teuerungsraten wird es vorerst nicht geben. Damit wird die Französin aber mit den gleichen Problemen kämpfen wie ihr Amtsvorgänger.

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group     

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