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Spotanalyse

Eurozone: Deutlicher Rückgang der Inflation

Lesedauer: 2 Min
Die Inflationsrate in der Eurozone ist der ersten Schätzung zufolge von 1.7 % auf 1.2 % gefallen.

Der Rückgang ist vor allem einem statistischen Effekt aufgrund des späten Osterfestes geschuldet. Der Anstieg im vergangenen Monat ist jetzt wieder rückgängig gemacht worden, die Teuerungsrate im April war ein Ausreisser.

Die neueste Inflationsrate knüpft also gewissermassen an den im März gemessenen Wert von 1.4 % an. Auch die Teuerungsrate ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kerninflation) rauscht nach unten. Die Kerninflationsrate fällt von 1.3% auf 0.8%.

Für den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ist im gegenwärtigen Umfeld eine fallende Inflationsrate vorteilhaft. Die konjunkturelle Entwicklung der Eurozone lahmt. Verstärkt sich der Abwärtstrend, muss die EZB reagieren. Eine anziehende Teuerung wäre hinderlich.

Mit Blick auf die Zinssitzung der EZB am Donnerstag gilt: Draghi wird vermutlich die Konditionen der langfristigen zielgerichteten Refinanzierungsgeschäfte für Banken bekanntgeben. Der EZB-Chef hat in der Vergangenheit bereits betont, dass die Ausgestaltung dieser langfristigen Geldausleihungen datenabhängig erfolgen wird. Die fallende Inflationsrate lässt also auf günstige Zinskonditionen schliessen. Das dürfte vor allem die italienischen Banken freuen. Letztere zählen zu den Hauptprofiteuren der EZB-Geldspritzen.

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