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Spotanalyse

EU: Das Geschacher um die Top-Jobs ist in vollem Gange

Lesedauer: 2 Min
Hochinteressant! Die Entwicklungen in Brüssel am gestrigen Tag waren spannend – sehr spannend sogar. Klar wurde, dass Angela Merkel nicht um jeden Preis an Manfred Weber als EU-Kommissionspräsident festhalten wird.

Tatsächlich bläst dem Bayer von verschiedenen Seiten eiskalter Wind ins Gesicht. Allen voran steht hier Emmanuel Macron. Der französische Präsident hat einen Wunschkandidaten: Brexit-Unterhändler Michel Barnier soll das Amt übernehmen. Angela Merkel hat die Zeichen erkannt und mischt im Verhandlungspoker nun fleissig mit. Es sind eine Reihe von Top-Jobs zu vergeben. Fliegt Manfred Weber aus dem Rennen, wird die deutsche Seite auf Jens Weidmann als Nachfolger Mario Draghis pochen.

Zum eigentlichen Krisenmanager und zum wichtigsten Posten der vergangenen Jahre entwickelte sich ohnehin der EZB-Chefposten. Die Niedrigzinspolitik und die Anleihekäufe retteten den Euro und damit letztlich auch die EU. Aus ökonomischer und politischer Sicht ist damit das Amt des obersten Währungshüters in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. Da politische Reformen auf sich warten liessen, musste und muss immer wieder die EZB die Kohlen aus dem Feuer holen. Damit ist aber der Posten des EZB-Chefs einer der wichtigsten überhaupt. Gerade deshalb hat Angela Merkel die Karte «Jens Weidmann» vermutlich schon in der Hand, es bedarf nicht viel, dass der Bundesbankpräsident auch im Spiel landet. Es ist durchaus möglich, dass der EU-Kommissionspräsident zukünftig Michel Barnier heissen wird. Wäre dies so, müsste Jens Weidmann innerhalb von Frankfurt lediglich das Büro wechseln.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group       

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