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Spotanalyse

Deutschland: Industrieproduktion weiter schwach

Lesedauer: 2 Min
Im Juni hat die Industrieproduktion um 1.5 % gegenüber Mai nachgegeben. Auch der Vormonatswert wurde nach unten revidiert. Damit dürfte im zweiten Quartal ein rückläufiges Bruttoinlandprodukt kaum vermeidbar sein.

Die Produktion folgt dem schwachen Auftragseingang. Wir haben es hierbei mit einem funktionalen Zusammenhang zu tun, so dass selbst der unerwartet starke Rückgang des Ausstosses in der Industrie nicht weiter verwundern sollte. Die Produktionszahlen weisen darauf hin, dass auch das Bruttoinlandprodukt im zweiten Quartal mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres gefallen ist.

Ein schwacher Trost mag sein, dass Deutschland mit der fallenden Produktion nicht alleine ist. Länder mit einer hohen Abhängigkeit von China leiden besonders stark. Deutschland, Japan und Südkorea weisen derzeit eine ähnlich schwache Entwicklung aus. Dahinter stecken die Handelskonflikte und das nur mit angezogener Handbremse wachsende China. Der ungelöste Brexit-Prozess belastet Deutschland noch zusätzlich.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung bedeutet derzeit aber ein für die Bundesrepublik günstiges Refinanzierungsumfeld. Selbst 30-jährige Bundesanleihen weisen jetzt eine negative Rendite aus. Das Finanzministerium kann sich also freuen, denn mit der Ausgabe neuer Anleihen wird sogar noch Geld verdient. Es wäre jetzt an der Zeit ein kräftiges Infrastrukturprogramm aufzulegen.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group                                  

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