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Spotanalyse

Deutschland: Industrieproduktion und Exporte – eine einzige Enttäuschung

Lesedauer: 2 Min
Die Industrieproduktion in Deutschland ist im April gegenüber März um 1.9 % gesunken. Die Exporte gehen im April um 3.7 % gegenüber dem Vormonat zurück.

Der Rückgang der Industrieproduktion stimmt nachdenklich. Zwar war ein Minus zu erwarten gewesen, doch dass es so deutlich ausfällt, bereit Sorgen. Im ersten Quartal waren noch Nachholeffekte bei der Automobilproduktion sichtbar. Immerhin konnte deshalb die Industrieproduktion im März und Februar gemessen gegenüber dem Vormonat anständige Wachstumsraten verzeichnen.

 

Das Minus im April verursacht nun aber Kopfschmerzen, denn die Deutlichkeit zeigt, wie schwach der tatsächliche Trend ohne Sondereffekte ist. Eines scheint jetzt schon klar: Das gesamtwirtschaftliche Wachstum dürfte im zweiten Quartal äusserst dürftig ausfallen. Die Gefahr ist gestiegen, dass möglicherweise ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts auf der Agenda steht.

 

Es gibt zumindest etwas Hoffnung: Für die Industrieproduktion des zweiten Halbjahres ist der aktuelle Auftragseingang entscheidend. Da die Neubestellungen nach März auch im April zulegen konnten, ist es um den Ausblick für die Industrie wieder etwas besser bestellt.

 

Ganz ähnlich die Situation bei den Exporten. Auch hier waren im März Nachholeffekte spürbar. Die April-Zahl präsentiert sich nun merklich schwächer als erwartet worden war. Aber woher soll es auch kommen, wenn die Auftragseingänge im gesamten Jahr 2018 eine grosse Enttäuschung waren.

 

Um es anders zu formulieren: Der schwache Auftragseingang des vergangenen Jahres schlägt nun voll zu Buche. Jetzt kommt es darauf an, dass die Neubestellungen wieder auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend kommen. Andernfalls droht für die deutsche Wirtschaft Ungemach. Eines wird deutlich: In Zeiten von Handelskrieg ist das wirtschaftliche Risiko für die exportabhängige deutsche Wirtschaft besonders hoch.

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