Direkt zum Inhalt
Spotanalyse

Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex steigt – aber nur zaghaft

Lesedauer: 2 Min
Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt im November zaghaft von revidierten 94.7 auf 95.0.

Eines ist jetzt klar: Das Wachstum wird zunächst nicht in den freien Fall übergehen. Das ist eine gute Nachricht. Wichtige Konjunkturfrühindikatoren zeigen Anzeichen einer Stabilisierung. Wenig erbaulich ist derweil, dass sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe erneut eingetrübt hat. Die Dienstleistungsbranche ist hingegen im November etwas zuversichtlicher gestimmt. Umgekehrt wäre es allerdings besser gewesen. Es gilt zu beachten, dass die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe dem Dienstleistungsgewerbe vorausläuft. Die Gefahren für die deutsche Wirtschaft sind also keineswegs gebannt.

Doch ebenso wie nun klar zu sein scheint, dass kein unmittelbarer freier Fall der deutschen Wirtschaft bevorsteht, so klar ist auch: Wachstumswunder sind keine zu erwarten. Mehr noch: Rezessionsgefahren bleiben latent bestehen.

Zwei Dinge kommen derzeit zusammen. Da ist zum einen ein zyklischer Abschwung. Nach dem guten wirtschaftlichen Lauf der vergangenen Jahre ist nun eine Verschnaufpause angesagt. Zum anderen stehen aber auch Strukturbrüche an. Die Automobilbranche ist mit der Umstellung auf den Elektromotor inmitten eines epochalen Wandels. Das kostet zunächst Wachstumspotenzial. Ganz zu schweigen von den Handelsstreitigkeiten und vom noch immer ungelösten Brexit. Dass die Unternehmen in Anbetracht der vielfältigen Herausforderungen nicht überschwänglich optimistisch in die Zukunft blicken, muss nicht weiter verwundern. Dies zeigt auch das nur leicht verbesserte Barometer für die weiteren Geschäftsaussichten des ifo-Index.

Das Wachstumspotenzial bleibt im kommenden Jahr limitiert. Der zaghafte Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex passt hierzu gut ins Bild. Es kommt also nicht schlimmer, aber richtig deutlich besser wird es auch nicht.

 

---

Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group     

 

 

#Spotanalyse
 ·  Spotanalyse
Italienisches BIP im zweiten Quartal: Massiver Einbruch, doch weniger deutlich als erwartet
Mehr dazu
 ·  Spotanalyse
Das US-BIP im zweiten Quartal 2020: Willkommen im Gruselkabinett
Mehr dazu
 ·  Spotanalyse
Ifo-Geschäftsklimaindex: Wirtschaftlicher Tiefschlag ist beendet
Mehr dazu

Ersten Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.