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Spotanalyse

Deutschland: Details zum deutschen BIP

Lesedauer: 2 Min
Heute müssen wissen wir uns nun den traurigen Details zum rückläufigen Bruttoinlandprodukt zuwenden. Noch am geringsten bedrückt die Tatsache, dass die Bauinvestitionen mit einem deutlichen Minus versehen sind.

Der milde Winter sorgte im ersten Quartal für eine anhaltend hohe Aktivität am Bau. Die Frühjahrserholung der Bauwirtschaft setzte in diesem Jahr schon im ersten Quartal ein - mit entsprechend negativen Effekten für das zweite Quartal. Da es sich hierbei um einen Witterungseffekt handelt, bereitet das Minus der Bauinvestitionen zumindest keine Kopfschmerzen.

Anders verhält es sich hingegen mit Blick auf die aussenwirtschaftliche Entwicklung. Das Minus bei den Exporten sollte als wirtschaftliches Blaulicht verstanden werden. Darin manifestieren sich die Handelskonflikte. Die schwachen Ausfuhren sind der Brandherd, der nun droht, auf die Binnenwirtschaft überzuspringen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal zeigt sich bereits eine nachlassende Investitionsdynamik. Die Alarmglocken beginnen nun auch in der Binnenwirtschaft zu läuten.

Der private Konsum kommt auf ein leichtes Plus von 0.1 %. Die Staatsausgaben legen hingegen um kräftige 0.5 % zu.

Der witterungsbedingte Sondereffekt der schwachen Bauinvestitionen gab bis zuletzt etwas Hoffnung, dass die deutsche Volkswirtschaft doch noch an einer Rezession vorbei schrammt, schliesslich handelt es sich um eine Einmalbelastung. Der fortgesetzte scharfe Fall wichtiger Konjunkturfrühindikatoren machte dem allerdings nun einen Strich durch die Rechnung. Vermutlich ist das zweite Quartal tatsächlich der Auftakt zu einer Rezession, denn dem dritten Quartal droht ebenfalls ein negatives Vorzeichen.

Die schwache aussenwirtschaftliche Entwicklung scheint auf die Binnenwirtschaft abzufärben. Die bislang robusten Ausrüstungsinvestitionen laufen dabei Gefahr, unter die Räder zu kommen. Verdüstern sich darüber hinaus auch die Beschäftigungsaussichten wird auch der private Konsum seine Stützungsfunktion verlieren. Das klingt alles nicht besonders erbaulich, doch die Zeit des Schönredens ist vorbei.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group                                  

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