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Spotanalyse

Deutschland: Der ifo-Geschäftsklimaindex stimmt auf weiteres Ungemach ein.

Lesedauer: 2 Min
Der ifo-Geschäftsklimaindex fällt im August von 95.8 auf 94.3 Punkte.

Beim Blick auf den ifo-Geschäftsklimaindex wird es einem angst und bang. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kennt derzeit nur eine Richtung: Es geht steil bergab. Die Handelskonflikte setzten der exportstarken deutschen Industrie massiv zu. Aber es sind nicht nur die Zollstreitigkeiten, die derzeit belasten. Die ungelöste Brexit-Frage giesst zusätzliches Öl ins Feuer.

Und noch ein weiterer Aspekt wiegt beträchtlich: Die Umstellung vom Verbrennungsmotor auf den Elektromotor bedeutet für die deutsche Automobilindustrie eine tief greifende Zäsur. Fertigungsprozesse müssen umgestellt und neue Zulieferer ausgewählt werden. Darüber hinaus bedarf auch der Verbrennungsmotor noch Forschungs- und Entwicklungskapazität. Gleichzeitig kommt es aufgrund der Technologieumstellung zu einer Kaufzurückhaltung. Für die Automobilhersteller bedeutet dies höhere Kosten bei einem schwächeren Absatz.

Zu den Leidtragenden gehören auch die Maschinenbau- und Chemieindustrie. Gerade weil die deutschen Schlüsselindustrien Automobil- und Maschinenbau und die Chemieindustrie betroffen sind, sieht es um die weitere Wirtschaftsentwicklung alles andere als rosig aus. Man muss kein Volkswirt sein, um zu erkennen, dass auch die Beschäftigungssituation darunter leiden wird. Die Arbeitslosenquote hat ihre Tiefstände vorläufig hinter sich gelassen.

Der berühmte Silberstreif am Horizont fehlt leider. Donald Trump scheint beim Thema Handel auf volle Eskalation zu setzen, auch wenn kurzzeitig immer wieder Hoffnungen auf eine Beilegung der Handelskonflikte aufkommen. Die deutschen Unternehmen müssen sich in den kommenden Quartalen anschnallen. So bitter es klingt, die Exportabhängigkeit der deutschen Volkswirtschaft wird derzeit zum Bumerang. Die Bundesregierung täte gut daran, jetzt kräftig in die Infrastruktur zu investieren. Das Lastenheft ist dick geworden. Die Schulen, die Verkehrsinfrastruktur und die Digitaltechnik vertragen eine ordentliche Finanzspritze.

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group                                  

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