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Spotanalyse

Deutschland: Auftragseingänge – immerhin ein geringes Plus im März

Lesedauer: 2 Min
Die Auftragseingänge verzeichnen im März ein geringes Plus von 0.6 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat steht ein Minus von 6 % zu Buche.

Die gestrige Veröffentlichung der Auftragseingänge für die deutschen Maschinen- und Anlagebauer war ein unheilvoller Vorbote für das heutige Zahlenwerk, doch zumindest sehen die Neubestellungen für das gesamte Verarbeitende Gewerbe nicht ganz so erschreckend aus – zumindest im Vergleich zum Februar. Erfreulich sind die Zuwächse an Bestellungen aus dem Ausland. Sowohl die Auftragseingänge aus der Eurozone als auch aus den übrigen Weltregionen verbuchen gegenüber dem Februar ein Plus. Die inländischen Bestellungen fallen hingegen erneut – und zwar deutlich.

In Anbetracht des nur leichten Zuwachses an Neubestellungen springen die Ampeln für die weitere Wirtschaftsentwicklung nicht auf Grün. Wichtige Konjunkturfrühindikatoren stecken noch immer im Untergeschoss fest. Es gilt zu beachten, dass im Februar ein deutliches Minus bei den Auftragseingängen verbucht wurde. Das leichte Plus im März kann diesen Rückgang nicht kompensieren.

Deshalb gilt: So allmählich wäre es an der Zeit, dass sich die Auftragsbücher wieder deutlicher füllen. Die Entwicklung ist nun bereits schon seit mehr als einem Jahr eine betrübliche. In Anbetracht eines Auftragsschwunds in den deutschen Schlüsselindustrien klingeln die Alarmglocken. Weniger Bestellungen heisst weniger Produktion und am Ende leidet darunter dann die Beschäftigung. Noch ist es nicht so weit, aber die Unternehmen werden ihre Personalplanungen vermutlich mit Samthandschuhen anfassen.

Es bedarf nun aussenwirtschaftlicher Impulse. Noch immer beruhen die Hoffnungen darauf, dass die konjunkturstützenden Massnahmen der chinesischen Regierung nun auch bald hierzulande positive Wirkung zeigen werden. Allerdings erweist sich Donald Trump immer wieder als Störfeuer. Der US-Präsident giesst mit seiner Androhung neuer Strafzölle weiteres Öl ins Feuer. Die Verunsicherung im Unternehmenssektor nimmt also weiter zu. Letzteres färbt dann auf die Investitionsplanung negativ ab. In harten Fakten manifestiert sich dies dann in einem weiter nachgebenden Auftragsbestand. Gut, dass derzeit zumindest der private Konsum und die Bauwirtschaft für positive Konjunkturimpulse sorgen können.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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