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Spotanalyse

Deutschland: Auftragseingänge für den Februar signalisieren klaren Abschwung

Lesedauer: 2 Min
Die Auftragseingänge geben im Februar um 4.2 % gegenüber dem Vormonat nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat steht ein Minus von 8.4 % zu Buche. Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsbestellungen gaben nach. Aus dem Gebiet der Nicht-Eurozone war gar ein Rückgang von 7.9 % im Monatsvergleich zu vermelden.

Das ist verheerend. Es will einfach nicht besser werden. Die Auftragseingänge geben auch im Februar deutlich nach. Es brechen nun langsam aber sicher ungemütliche Zeiten im Verarbeitenden Gewerbe an. Dazu passt auch, dass der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer seine Produktionsprognose für das Jahr 2019 nach unten genommen hat. Wenn der größte industrielle Beschäftigungsgeber den Ausblick für den Produktionszuwachs auf ein Plus von nur noch 1 % reduziert, klingeln die Alarmglocken.

Problem ist, dass der Auftragszuwachs bereits seit Anfang 2018 zur Schwäche neigt. Füllen sich die Auftragsbücher in den kommenden Monaten nicht wieder deutlicher, könnte dies auch Konsequenzen für die Beschäftigungssituation haben. Der vom Münchener Ifo-Institut berechnete Beschäftigungsindex für das Verarbeitende Gewerbe gab zuletzt deutlich nach.

Die Auftragseingänge signalisieren einen klaren Abschwung. Wie lange dieser anhält, hängt jetzt auch entscheidend davon ab, wie lange es dauert bis die von der chinesischen Regierung initiierten Konjunkturmaßnahmen auch auf dem hiesigen Kontinent ihre positive Wirkung entfalten. Steigt die Nachfrage aus Fernost rasch wieder an, käme die deutsche Volkswirtschaft mit einem blauen Auge davon. Kommt es darüber hinaus auch noch zu einem positiven Ausgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China, weht im zweiten Halbjahr frischer Konjunkturaufwind durch die Produktionshallen.

Im schlimmsten Falle würden weder die chinesischen Konjunkturmaßnahmen greifen, noch käme es zu einer Lösung im Handelsstreit. Dann sähe es im zweiten Halbjahr sehr düster aus. Noch aber besteht begründeter Anlass zur Hoffnung, dass es bei einem Worst-Case-Szenario bleibt. Ungeachtet dessen, steht uns aber zunächst ein dürftiges BIP-Wachstum ins Haus.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group       

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