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Spotanalyse

SNB: Keine weitere Zinssenkung – das Ende der Fahnenstange ist erreicht

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Lesedauer: 2 Min
Die SNB lässt ihre Zinsen unverändert. Zinsseitig ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das kennen wir bereits von der EZB. Das ist auch gut so. Noch muss der Nutzen von Negativzinsen bewiesen werden.

Die gute Nachricht für die Banken ist indes, dass die SNB den Freibetrag erhöht. Der sogenannte Freibetragsfaktor steigt von 25 auf 30. Um den Spielraum der Banken zusätzlich zu vergrössern, prüft die SNB, ob der antizyklische Kapitalpuffer trotz der Risiken am Hypothekar- und Immobilienmarkt gelockert werden kann.

Die SNB stellt uns in Anbetracht der Corona-Krise auf schwierige wirtschaftliche Zeiten ein. Die Währungshüter sprechen in diesem Zusammenhang von „ausgeprägten wirtschaftlichen Einbussen“.

Wenn die SNB die Zinsen nicht weiter senkt, bedeutet dies nicht, dass die SNB der gegenwärtigen Situation tatenlos zusieht. Man muss die Geldpolitik à la Schweiz verstehen. Das Quantitative Easing der Schweiz  sind die Devisenmarktinterventionen. Der Blick auf die wöchentlich publizierten Zahlen zu den Sichteinlagen zeigt, dass die eidgenössischen Währungshüter ihr Interventionsvolumen hochfahren, um eine deutlichere Aufwertung des Franken zu verhindern. Wenn also vielerorts vom geldpolitischen „Schutzschild“ die Rede ist, so bilden die Devisenmarktinterventionen das Schutzschild der SNB. Die Schweizerische Nationalbank betreibt eine ultra-expansive Geldpolitik. Bei der EZB spricht man vom Wertpapieraufkaufprogramm, bei der SNB sind es die Interventionen am Währungsmarkt. Beides führt zum gleichen Ergebnis: Die Bilanzsummen der Zentralbanken steigen.

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