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Spotanalyse

Deutschland: Das Coronavirus infiziert die ZEW-Konjunkturerwartungen

Lesedauer: 2 Min
Die ZEW-Konjunkturerwartungen fallen im Februar deutlich von -9.5 auf -15.7.

Jetzt macht sich das Virus auch in wichtigen Konjunkturfrühindikatoren bemerkbar. Einen kleinen Vorgeschmack liefern heute die ZEW-Konjunkturerwartungen. Die in dieser Woche noch anstehenden Einkaufsmanagerindizes werden ebenfalls vom Virus gekennzeichnet sein. Das Überraschungspotenzial wird dabei auch auf der negativen Seite liegen.

Dass sich der wirtschaftliche Ausblick kurzfristig wieder eintrübt, muss nicht weiter verwundern. Covid-19 legt in Teilen Chinas das öffentliche Leben und die Produktion lahm. Das bekommt auch Europa zu spüren. Die wirtschaftlichen Einbussen werden in denjenigen Ländern, die einen engen Handel mit China haben, besonders deutlich zu spüren sein. Darunter fällt vor allem Deutschland.

Das Coronavirus kommt zur Unzeit. Zeichnete sich eben noch eine wirtschaftliche Erholung im ersten Quartal ab, ist diese kurzfristig erst einmal vom Tisch. Wenn man während der Rehabilitation eine Grippe bekommt, ist das denkbar ungünstig.

Zunächst bleibt deshalb die konjunkturelle Entwicklung eine wackelige Angelegenheit. Es ist durchaus möglich, dass die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Quartalen des Jahres gegenüber dem Vorquartal leicht schrumpfen wird.

Ungeachtet dessen werden aber im weiteren Jahresverlauf Nachholeffekte zum Tragen kommen. Um es anders auszudrücken: Die wirtschaftliche Erholung verschiebt sich auf das zweite Halbjahr.

 

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group     

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