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Wirtschaftlicher Ausblick

Wirtschaftlicher Ausblick April 2019

Lesedauer: 3 Min
Die gute Nachricht vorweg: Die chinesische Wirtschaft kommt wieder auf Trab. Zumindest signalisieren dies wichtige Konjunkturfrühindikatoren. Nun müssen die Impulse aus Fernost möglichst rasch Wirkung in der europäischen Wirtschaft zeigen. Gerade um letztere ist es nicht gut bestellt, denn das im Jahresvergleich deutlich schwächere Welthandelsvolumen hinterlässt in der exportstarken Industrie der Eurozone deutliche Bremsspuren. Die US-Wirtschaft präsentiert sich hingegen nach wie vor solide.

USA
Zwar sind beim privaten Konsum und auch bei den Auftragseingängen im verarbeitenden Gewerbe Kratzer erkennbar, um grössere Dellen handelt es sich bislang aber noch nicht. Nichtsdestotrotz wird der BIP-Zuwachs im ersten Quartal aufgrund des Regierungsstillstandes zu Jahresbeginn verhältnismässig schwach ausfallen. Der Ausblick für die kommenden Quartale fällt hingegen günstig aus, trotz der inversen Zinskurve. Letztere war in der Vergangenheit ein verlässlicher Indikator für eine nahende Rezession.

Eurozone
Vor allem die mangelnde Unterstützung vom Welthandel setzt derzeit der exportabhängigen Wirtschaft zu. Der stabile private Konsum und die Bauwirtschaft verhindern aber einen deutlicheren wirtschaftlichen Absturz. Jetzt kommt es darauf an, dass die von der chinesischen Regierung lancierten konjunkturstützenden Massnahmen rasch Wirkung zeigen. Sollte dies der Fall sein, könnte sich die Eurozone in eine wieder bessere konjunkturelle Situation hinüberretten. Im umgekehrten Fall würde tatsächlich eine Rezession drohen.

Deutschland
Die deutsche Volkswirtschaft entwickelte sich zum Sorgenkind. Die Exportwirtschaft des Landes leidet unter dem schleppenden Welthandel besonders. Noch besteht allerdings Hoffnung, dass die von der chinesischen Regierung lancierten konjunkturstützenden Massnahmen in den kommenden Monaten positiv auf die deutsche Industrie abfärben werden. Solange müssen der private Konsum und die gut laufende Bauwirtschaft der grössten Volkswirtschaft der Eurozone über das Schlimmste hinwegretten.

Schweiz
Die internationalen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten für die eidgenössische Wirtschaft verschlechtert. Im Euroraum ist im ersten Halbjahr dieses Jahres mit einer relativ schwachen konjunkturellen Dynamik zu rechnen. Auch die von der chinesischen Regierung lancierten konjunkturstützenden Massnahmen werden nur mit Zeitverzögerung ihre positiven Konsequenzen zeigen. Der Ausblick für die USA ist derweil weiterhin solide. Die Warenexporte dürften sich im ersten Halbjahr 2019 nur schwach entwickeln. Erst im zweiten Halbjahr ist mit einer anziehenden Exportentwicklung zu rechnen. Die Abkühlung der Weltwirtschaft wirkt sich auch dämpfend auf die ausländische Tourismusnachfrage aus. Bei den Bauinvestitionen ist mit einer stagnierenden Entwicklung zu rechnen. Die realen Wohnbau-investitionen dürften zurückgehen, vor allem wegen der Überproduktion, die zu zunehmenden Leerständen geführt hat.

Schwellenländer
Erste zarte Anzeichen einer konjunkturellen Besserung zeichnen sich in China ab. Die Einkaufsmanagerindizes aus dem Reich der Mitte haben sich zuletzt verbessert. Die Steuersenkungen und die Reduktion der Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen führen zu einer Belebung der Investitionstätigkeit. Damit scheint sich unser Jahresausblick zu bestätigen: Es ist mit einer wirtschaftlichen Erholung im zweiten Halbjahr 2019 zu rechnen. Davon würden in weiterer Folge auch andere Schwellenländer profitieren. 

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