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Wirtschaftlicher Ausblick

Wirtschaftlicher Ausblick

Lesedauer: 3 Min
Der Konjunkturmotor stottert. Vor allem mit Blick auf die Eurozone nimmt die wirtschaftliche Dynamik rapide ab. Einerseits belasten Sonderfaktoren, andererseits dürfte die chinesische Volkswirtschaft derzeit stärker leiden, als über die offiziellen Daten zum Ausdruck kommt. Letzteres bekommt vor allem die exportstarke europäische Industrie zu spüren. Chinas Regierung steuert mit einer Reihe von Massnahmen gegen einen tieferen Abschwung. Dies verspricht zumindest moderate Besserung im zweiten Halbjahr.

USA
Der kräftige Arbeitsplatzaufbau in den vergangenen Jahren sorgt für positive Impulse beim privaten Konsum. Letzterer wiederum stärkt das Vertrauen des US-amerikanischen Unternehmenssektors. Damit trägt sich die Hausse selbst und gleichzeitig können sich die USA von der betrüblichen Konjunkturentwicklung in Asien und Europa abkoppeln. Die US-Notenbank wird zunächst eine Zinspause einlegen. Bleibt die wirtschaftliche Entwicklung robust, geht es in der zweiten Jahreshälfte aber weiter.

Eurozone
Die Eurozone kommt derzeit wirtschaftlich unter die Räder. Im zweiten Halbjahr belasteten fehlende Autozulassungen auf Basis des neuen WLTP-Emissionsstandards und die aufgrund des trockenen Sommers über weite Strecken eingestellte Binnenschifffahrt die Industrieproduktion. Aber auch die wirtschaftliche Abkühlung in China macht der Exportindustrie zu schaffen. Eine Rezession ist jedoch nicht zu erwarten, da nun Nachholeffekte der Sonderbelastungsfaktoren für eine höhere Industrieproduktion sorgen sollten.

Deutschland
Deutschland schlittert nur knapp an einer Rezession vorbei. Nach einem rückläufigen BIP im dritten Quartal weisen auch die letzten drei Monate des Jahres nur einen dürftigen Zuwachs aus. Zwar manifestieren sich darin unter anderem Sondereffekte (WLTP-Testzyklus und der trockene Sommer 2018), doch es ist ebenso die schwache Auslandsnachfrage, welche die Exportwirtschaft des Landes trifft. Vor allem die Wachstumsschwäche Chinas hinterlässt Bremsspuren.

Schweiz
Was für eine Vollbremsung! Die eidgenössische Wirtschaft war im ersten Halbjahr auf der Überholspur. Jetzt endete die Fahrt im übertragenen Sinne im Strassengraben. Der Wachstumszenit ist überschritten. Die konjunkturelle Schwäche in der benachbarten Eurozone hinterlässt auch in der Schweizer Wirtschaft Bremsspuren. Darüber hinaus sorgen die Handelskonflikte für Verunsicherung. Unternehmen neigen in solch einem Umfeld dazu, Investitionen aufzuschieben.  

Gefahren eines fortgesetzten wirtschaftlichen Absturzes bestehen auf der anderen Seite auch nicht. Der private Konsum sollte das Wachstum auf Kurs halten und die Ausrüstungsinvestitionen werden trotz einer schwächeren Dynamik in den kommenden Quartalen ebenfalls wieder positiv dazu beitragen.

Schwellenländer
Die Wirtschaft Chinas befindet sich inmitten eines stärkeren Abschwungs. Letzterer kommt über das offizielle Datenmaterial allerdings nicht zum Ausdruck. Dennoch zeigt sich anhand einer Vielzahl von alternativen Indikatoren, dass die konjunkturelle Schwäche derzeit sehr ausgeprägt ist. Die Hoffnungen richten sich auf die von der chinesischen Regierung eingeleiteten Gegenmassnahmen. Der Effekt wird aber einerseits auf sich warten lassen, andererseits werden die staatlichen Konjunkturhilfen nicht mehr in gleichem Masse Unterstützung bieten, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Vor allem aufgrund der Überinvestitionen bleibt die positive Wirkung hinter den Vorgaben der Historie zurück. Nichtsdestotrotz dürfte die Schützenhilfe aus Peking zumindest ausreichen, um die Wachstumsraten zu stabilisieren. Dennoch sehen wir derzeit die grössten globalen konjunkturellen Risiken im Reich der Mitte.

 

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