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Spotanalyse

USA: Arbeitsmarkt auch im Juli solide

Lesedauer: 2 Min
Der Arbeitsmarkt bleibt auch im Juli solide – die Freude hält sich in Anbetracht neuer Handelsstreitigkeiten aber in Grenzen.

Ausserhalb des Landwirtschaftssektors wurden im Juli 164`000 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote verharrt bei  3.7 %. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legen um 3.2 % zu, verglichen mit 3.1 % im Vormonat.

Der Stellenaufbau lässt sich sehen. Vor dem Hintergrund des bereits lang anhaltenden Stellenbooms ist die heute veröffentlichte Zahl eine äusserst solide. Auch wenn das Lohnwachstum im Monatsvergleich an Schwung gewonnen hat, im Verhältnis zur rekordtiefen Arbeitslosenquote fällt es noch immer niedrig aus. Ein deutlicherer Auftrieb der Arbeitnehmerentgelte dürfte aufgrund neuer alternativer Beschäftigungsverhältnisse ausbleiben: Uber & Co lassen grüssen.

Die Freude über den guten Arbeitsmarktbericht hält sich am heutigen Tag aber in Grenzen. Die Androhung von US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle gegenüber China zu erheben, lässt ahnen, dass die rosigen Zeiten am Arbeitsmarkt schon bald zu Ende sein könnten. Die höheren Zölle werden zu einer Belastung für die US-Wirtschaft selbst. Auch in den USA ächzt das verarbeitende Gewerbe unter den verschärften Handelsbedingungen. Der US-Präsident träufelt Gift in das feine Arteriensystem des Welthandels.

Bei einem weiteren eskalierenden Handelskrieg ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Stellenaufbau ins Gegenteil verkehrt. In diesem Falle müsste sich die US-Notenbank Fed wohl von ihrer neuen Kommunikation rasch wieder verabschieden. Fed-Chef Jerome Powell sprach in dieser Woche nur von Zinsanpassungen in der Mitte des Zyklus. Doch die sich weiter und weiter verschärfenden Handelsstreitigkeiten könnten im schlimmsten Falle doch noch in einen vollen Zinssenkungszyklus münden.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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