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Spotanalyse

Eurozone: Inflationsrate legt im April deutlich zu

Lesedauer: 2 Min
Die Inflationsrate in der Eurozone legt im April der vorläufigen Schätzung zufolge unerwartet deutlich von 1.4 % auf 1.7 % zu.

Der Anstieg der Teuerungsrate ist im Wesentlichen zwei Faktoren geschuldet. Zum einen sind die Ölpreise gestiegen. Für den Tankstellenbesuch ist im Vergleich zu den vergangenen Monaten wieder spürbar mehr zu entrichten. Zum anderen passten aber auch Reiseveranstalter und das Hotel- und Gaststättengewerbe vor Ostern ihre Preise an. Da im vergangenen Jahr das christliche Hochfest früher stattfand, passte die Touristikbranche ihre Übernachtungspreise 2018 bereits schon im März an. In diesem Jahr wurden die Adjustierungen im April vorgenommen, was zu einem entsprechend deutlichen Basiseffekt führt. Ablesbar ist dies an der Teuerungsrate ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise. Diese Kernteuerung macht einen Sprung von 0.8 % auf 1.2 %. Der preistreibende Basiseffekt läuft im Mai bereits schon wieder aus. Es handelt sich also nicht um eine nachhaltige Entwicklung.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte sich derweil weniger um die aktuelle Preisentwicklung Sorgen machen als vielmehr um den Konjunkturverlauf. Letzterer sieht alles andere als rosig aus. Die steigende Inflationsrate wird also keine geldpolitischen Konsequenzen haben. Wenn sich in den kommenden Monaten die Wirtschaftsdaten nicht bessern, könnten die Inflationsraten länger auf niedrigem Niveau bleiben. Die EZB wird das heutige Datenmaterial lediglich zur Kenntnis nehmen. Das Augenmerk von EZB-Chef Mario Draghi gilt den Konjunkturdaten.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group       

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