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Spotanalyse

Deutschland: Details zum deutschen BIP

Lesedauer: 2 Min
Das Bruttoinlandprodukt präsentierte sich im vierten Quartal so träge wie die Verwandtschaft im überhitzten Wohnzimmer. Es lag nicht mehr als eine Stagnation gegenüber dem Vorquartal drin.

Oder um es anders zu formulieren: Die Staatsausgaben und die Investitionen verhinderten Schlimmeres. Beide Komponenten legten kräftig zu und schubsten das BIP über eine Rezession hinweg. Die Staatsausgaben legten sogar um satte 1.6 % gegenüber dem Vorquartal zu. Die Null- und Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) werden besonders in Deutschland mit leidenschaftlicher Kritik bedacht, doch dabei ist die Bundesrepublik eine der Hauptnutzniesserinnen der lockeren Geldpolitik. Finanzminister Scholz kann die Ministerien auch gerade deshalb so gut mit Geld ausstatten, weil die Zinsbelastungen so gering sind. Die soliden Zuwachsraten der Investitionen sind ebenfalls ein Ziehkind von EZB-Präsident Mario Draghi, denn gerade der geringe Schuldzins erfreut den Häuslebauer, genauso wie den Unternehmer.

Der private Konsum präsentiert sich mit einer Zuwachsrate von 0.1 % gegenüber dem Vorquartal erneut schwach auf der Brust. Hierin manifestieren sich unter anderem auch die Effekte der fehlenden Autozulassungen im Zuge des WLTP-Testverfahrens.

Der Aussenbeitrag konnte keine Wachstumsimpulse liefern. Exporte und Importe legten in gleichem Masse zu. Die Exporte waren ebenfalls noch vom WLTP-Effekte gezeichnet. Nachholeffekte dürften dann im laufenden Quartal zu erwarten sein.

Wie geht es nun weiter? Über das Wohl und Wehe der deutschen Volkswirtschaft entscheidet in den kommenden Quartalen vor allem das internationale Umfeld. Eine Lösung der Handelskonflikte würde sich vor allem hierzulande positiv bemerkbar machen.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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