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Spotanalyse

Deutschland: BIP für das 4. Quartal 2018 - Ups, das war knapp

Lesedauer: 2 Min
Das deutsche BIP stagniert im 4. Quartal.

Im Gesamtjahr 2018 steht somit ein Wachstum von 1.4 % zu Buche, was geringer ausfällt als die ursprünglich publizierte Zahl von 1.5 %.

Ups, das war knapp. Das deutsche BIP entkommt nur hauchdünn einem neuerlichen Rückgang. An einer technischen Rezession wird damit nur knapp vorbeigeschrammt. Es war vor allem die Binnenwirtschaft, die den BIP-Zuwachs über der Nulllinie hielt. Den Investitionen und den staatlichen Konsumausgaben ist es zu verdanken, dass es nicht erneut ein Rückgang war. Wenn Deutschland nicht produziert und Frankreich nicht konsumiert, sieht es auch schlecht für die gesamte Eurozone aus. Es sollte deshalb nicht weiter verwundern, dass der BIP-Zuwachs des gemeinsamen Währungsraumes ebenfalls mager ausfallen wird.

Deutschland befand sich im zweiten Halbjahr 2018 im Tal der Tränen. Im laufenden Quartal wird es besser aussehen. Die Automobilwirtschaft fährt die Produktion wieder hoch, nachdem es aufgrund des neuen WLTP-Testzyklus zu Ausfällen kam. Alleine dies wird ausreichen, um das gesamte BIP in den ersten drei Monaten wieder deutlicher anzuschieben. Im weiteren Jahresverlauf braucht die deutsche Volkswirtschaft aber Schützenhilfe des Auslandes. Es ist wichtig, dass die konjunkturstützenden Maßnahmen der chinesischen Regierung Wirkung zeigen. Darüber hinaus könnte ein Friedensschluss bei den Handelsstreitigkeiten zwischen Washington und Peking zu einer besseren Unternehmensstimmung sorgen und nicht nur die Exporte, sondern auch die Investitionstätigkeit beschleunigen. Es ist also noch nicht aller Tage Abend, aber es wäre andererseits auch blauäugig die gegenwärtige Situation schön zu reden.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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