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Wirtschaftlicher Ausblick

Wirtschaftlicher Ausblick Dezember 2018

Lesedauer: 3 Min
Passend zur Winterzeit startet die globale Konjunktur mit einer Abkühlung in das neue Jahr. Rings um den Globus waren zuletzt mehrheitlich fallende Konjunktur-frühindikatoren beobachtbar. Einige Länder mussten bereits im dritten Quartal 2018 einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts hinnehmen.

In Europa zählten dazu Deutschland, die Schweiz und Schweden. Wir rechnen allerdings nicht damit, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession abgleitet – vielmehr sollte es sich um ein temporäres Phänomen handeln.

Aus den USA kamen zuletzt gemischte wirtschaftliche Meldungen. Fakt ist, dass der Wachstumsmotor aktuell nur mit einem Zylinder arbeitet. Ohne den privaten Konsum sähe das US-Wachstum zurzeit äusserst mager aus. Dies vor allem auch, weil der Immobilienmarkt des Landes ins Stocken geriet und rückläufige Bau-investitionen den BIP-Zuwachs dämpfen. Kein Wunder also, dass die US-Notenbank nun vermehrt Risiken betont. Im kommenden Jahr dürfte die Frequenz der Zinserhöhungen abnehmen.

Eurozone

Der gemeinsame Währungsraum zeigt Schwächen. Nicht nur die Handelskonflikte wurden bereits zu einer Belastung für die Exportwirtschaft, sondern auch das neue Abgastestverfahren (WLTP) drückt massiv auf die europäische Automobilwirtschaft. Es fehlten schlichtweg die nötigen Zulassungen. Dass die Wachstumsdelle rasch ausgebeult wird, zeichnet sich nicht ab. Die EZB wird deshalb äusserst vorsichtig agieren und vermutlich die Zinsschraube – wenn überhaupt – nur mit Samthandschuhen anfassen.

Deutschland

Das Wachstum ging im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0.2 % zurück. Es wird sowohl durch den Aussenbeitrag als auch den privaten Konsum belastet. Aufgrund fehlender Modellzulassungen im Zuge des neuen Abgastestverfahrens waren Autos nur begrenzt auslieferbar, was wiederum den Privatkonsum, aber auch die Exporte in Mitleidenschaft zog. Da es sich hierbei aber um einen Einmaleffekt handelt, sollten in den kommenden Quartalen kompensatorische Impulse auf der Agenda stehen. Alleine dies wird ausreichen, um das Wachstum wieder auf Kurs zu bekommen.

Schweiz

Was für eine Vollbremsung! Die eidgenössische Wirtschaft war im ersten Halbjahr auf der Überholspur. Jetzt endete die Fahrt im übertragenen Sinne im Strassengraben. Das BIP schrumpft unerwartet um 0.2 % gegenüber dem Vorquartal. Rückläufige Exporte und Ausrüstungsinvestitionen belasteten die Expansion des Bruttoinlandprodukts deutlich. Auf der Entstehungsseite des BIP lässt sich zumindest eine Sonderbelastung identifizieren: Infolge des trockenen Sommers und des damit einhergehenden Niedrig-wassers kam es zu Produktionsausfällen im Energie-sektor. Vorausschauend gilt: Der Wachstumszenit ist überschritten. Die konjunkturelle Schwäche in der benachbarten Eurozone hinterlässt auch in der Schweizer Wirtschaft Bremsspuren. Darüber hinaus sorgen die Handelskonflikte für Verunsicherung. Unternehmen neigen in solch einem Umfeld dazu, Investitionen aufzuschieben.  

Gefahren eines fortgesetzten wirtschaftlichen Absturzes bestehen auf der anderen Seite auch nicht. Der private Konsum sollte das Wachstum auf Kurs halten und die Ausrüstungsinvestitionen werden trotz einer schwächeren Dynamik in den kommenden Quartalen ebenfalls wieder positiv dazu beitragen.

Schwellenländer

Die chinesische Regierung hat wohl etwas zu stark auf die Bremse gedrückt. Ziel war eine weniger stark expandierende Kreditvergabe. Letzteres gelang, doch gleichzeitig wuchsen zuletzt dadurch ausgelöste Konjunkturängste. Jetzt schwenkt der Fokus wieder in Richtung Wirtschaftswachstum. Der chinesische Staatsrat verabschiedete ein Aktionspaket. Diese Massnahmen beinhalten eine proaktivere Fiskalpolitik, Steuersenkungen, eine akkommodierende Geldpolitik, eine signifikante Ankurbelung der Binnennachfrage sowie Unterstützung von KMUs und Lokalregierungen bei deren Finanzierungsbedarf. Damit soll auch gleichzeitig etwaigen wirtschaftlichen Bremsspuren durch einen eskalierenden Handelsstreit mit den USA vorgebeugt werden.

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