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Wer früh investiert, schafft sich finanzielle Spielräume

Katja Büchel, Leiterin Kundenberatung Personal Banking bei der VP Bank
Lesedauer: 3 Min
In jungen Jahren mit dem Investieren zu beginnen, ist weniger eine Frage des Budgets als eine Frage der Zeit. Wer dem Vermögensaufbau Zeit gibt, profitiert von Zinseszinseffekt, Stabilität über Marktzyklen hinweg und vom Schutz vor Inflation.

Viele Menschen investieren nicht, entweder aus Unsicherheit oder weil kurzfristige Ziele wichtiger erscheinen. Doch wer früh beginnt, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Sie ist im Anlageprozess der mächtigste Faktor. Über Jahre verstärkt sie selbst geringe Erträge, glättet Marktschwankungen und hilft, die Kaufkraft trotz Inflation zu erhalten.

Auch wenn die Inflationsraten nach der Spitze im Jahr 2022 zurückgegangen sind, führt selbst eine geringe Inflation führt zu Kaufkraftverlust. Geld, das nicht investiert wird, verliert darum langfristig an Wert. Der Preis für das Lieblingsgetränk, der von 1.50 auf 2 Franken steigt, mag keine grosse Sache sein, aber über Jahre bildet sich ein kumulativer Effekt, der das Budget spürbar belastet. Wer sein Geld nicht arbeiten lässt, kämpft gegen eine stetig steigende Preiswand an.

Zeit schlägt Timing

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist es, den perfekten Moment für den Einstieg zu erwischen. Es ist eher umgekehrt: Wer in den letzten 30 Jahren in den S&P-500-Aktienindex investiert war, und die fünf besten Börsentage verpasst hätte, hätte nur die Hälfte der Gesamtrendite erreicht. Die wichtigste Erkenntnis daraus: Der Markt belohnt Geduld, nicht Perfektion. Investiert zu sein und zu bleiben, ist entscheidend. Das heisst nicht, dass der Wert des investierten Vermögens nicht schwankt oder auch mal tiefer liegt.

Viele Anlegerinnen und Anleger scheitern weniger am Markt als an ihrer eigenen Reaktion. Schlagzeilen und Kursschwankungen lösen Ängste und Emotionen aus, die zu überstürzten Entscheidungen führen können. Wer ständig nach dem idealen Zeitpunkt sucht, reagiert auf jedes Marktgeräusch, handelt zu häufig oder steigt in turbulenten Phasen aus – und verpasst damit den langfristigen Trend.

Katja Büchel

Der Markt belohnt Geduld, nicht Perfektion.

Katja Büchel Leiterin Kundenberatung Personal Banking

Psychologie des Belohnungsaufschubs

Für viele Menschen ist es herausfordernd, auf eine sofortige Belohnung zu verzichten. Beim Investieren ist es der Aufschub des Konsums. Wer früh beginnt und regelmässig Geld in sein Portfolio steckt, profitiert besonders stark vom Zinseszinseffekt. Das ist der Lohn des Wertschriftensparens, sofern der Zinsertrag nicht ausgegeben, sondern wieder investiert wird. Denn so wird dieser Ertrag künftig mitverzinst. 

Wie anfangen? Sicher nicht, indem man sich durch Tausende von Aktien und Anleihen arbeitet. Fonds und ihre börsengehandelte Version (ETFs) ermöglichen einen einfachen Zugang zu Finanzanlagen, reduzieren Risiken durch eine breite Streuung und lassen Raum für persönliche Vorlieben wie Nachhaltigkeit oder Anlagethemen wie zum Beispiel Digitalisierung. 

Gerade für jüngere Anlegerinnen und Anleger ist ein überlegter Einstieg besonders wertvoll. Allzu oft greifen sie zu Anlagen, die schnelle Erfolge versprechen, aber hohe Risiken bergen und somit zu Enttäuschungen führen können. Regelmässige Investitionen, etwa über einen automatischen Sparplan, unterstützen dagegen den langfristigen Vermögensaufbau. Der Durchschnittspreiseffekt sorgt für einen ausgewogenen Einstieg, und automatische Abläufe helfen dabei, emotionale Fehlentscheidungen bei Marktschwankungen zu vermeiden.

Anfangen, Erfahrungen sammeln, dranbleiben

Der beste Zeitpunkt, mit der Geldanlage zu beginnen, ist heute. Es braucht keine grossen Beträge, sondern Kontinuität, eine ruhige Hand und eine klare Struktur. Wer seinem Vermögen Zeit gibt, schafft sich finanzielle Spielräume, die sich später im Leben geniessen lassen. Entscheidend ist, den ersten Schritt zu machen und langfristig dranzubleiben.

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