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Digitale Transformation der Bildung - «Alexa: Mach mich schlau»

Lesedauer: 5 Min
Wandtafel, Schreibblock Kugelschreiber, das sind die alten Werkzeuge. Bildung wird jedoch in Zukunft ohne Digitale Begleitung nicht mehr funktionieren. So lässt sich auch der Zugang verbessern und das Lernen individualisieren.

Die digitale Transformation im Bildungssektor wird meist mit sogenanntem «e-Learning» gleichgesetzt. Elektronische Lernplattformen sind zwar die Grundlage für modernes Lernen, der technologische Fortschritt spannt sich aber über die gesamte Wertschöpfungskette, angefangen von den Lern-Managementsystemen, digitalen Klassen-räumen und Onlinekursen bis hin zur Einbettung von Lernmassnahmen in den laufenden Arbeitsprozess. Für 2025 wird dabei das globale Umsatzvolumen für Lerntechnologien und digitale Lernmethoden auf USD 342 Mrd. geschätzt, das entspricht etwa 4 % der gesamten Bildungsausgaben.

Die Einführung digitaler Lernmethoden ist dabei in weniger regulierten Bildungsstrukturen deutlich einfacher. Wie das Beispiel Arcos Platform Technology aus Brasilien zeigt. Das Unternehmen entwickelte eine eigenständige Online-Lernplattform und ist mit der Übernahme von Sistema Positivo de Ensino zu einem der grössten Inhaltsanbieter für Privatschulen im primären und sekundären Bildungsbereich in Brasilien aufgestiegen. Das Unternehmen erreicht mit über 4‘800 Partnerschulen mehr als 1.2 Millionen Schüler. Auch in China ist Bildung zu einem rasch wachsenden Markt geworden. Für digitalisierte Nachhilfe und Prüfungsvorbereitungen werden dort derzeit circa CNY 100 Mrd. ausgegeben (umgerechnet USD 14 Mrd.) und dieser Betrag soll bis 2022 auf CNY 310 Mrd. (rund USD 42 Mrd.) steigen. Gemessen am Umsatz ist Koolearn Technology in China der grösste Anbieter von Online-Ausbildung und sollte überproportional von diesem Wachstumstrend profitieren.

Dies ist der erste von sieben Teilen der Serie «Digitale Transformation – Der Weg in die Zukunft». In der Serie wird anhand von fünf Treibern erläutert, wie die Digitalisierung Geschäftsmodelle verändert und wie Investoren daran partizipieren können. Hier geht es zur Einführung und zum Überblick über die Serie. 

Während in den Schwellenländern der Fokus auf privaten Schulen liegt, ist dieses Segment in den USA bereits hart umkämpft. Das grösste Digitalisierungswachstum wird darum im öffentlichen und nicht profitorientierten Bildungssektor gesehen. Für das in London gelistete, aber weltweit tätige Unternehmen Pearson, stellt die USA der grösste Markt dar. Mit einem bis 2024 erwarteten Marktvolumen von USD 5.6 Mrd. sind die Wachstumsaussichten auch in diesem Markt rosig. Insgesamt sind bei Pearson derzeit 125 Millionen laufende Kurse weltweit registriert.

Technologieausgaben im Bildungswesen (in Mrd. USD)

Technologieausgaben im Bildungswesen

Jüngste Fortschritte in digitalen Technologien – wie etwa der virtuellen Realität, der drei- und vierdimensionalen Gestaltung künstlicher Umgebungen – gestaltet im Bildungssektor eine neue und wichtige Dynamik. Betrachtet man die Unternehmen in den USA, so setzten bereits in 2017 über 77 % digitale Lerntechniken ein, wie das Netzwerk eLearning Industry herausfand.

Zunehmende Flexibilität, Kostenersparnisse für alle Beteiligten, schneller und mobiler Zugang zu dem Lernumfeld aber auch bessere Resultate sind die Treiber des Wachstums im Bildungssegment. Wichtig ist dabei, dass das Lernen direkt in die Arbeitsabläufe oder dem Lebensumfeld des Lernenden eingebunden wird. Das traditionelle Klassenzimmer tritt dabei in den Hintergrund. Das Lernen wird stärker auf die Kenntnisse, Fähigkeiten und Weiter-bildungsbedürfnisse personalisiert. Auch regulativ vorgeschriebene Fortbildungen werden effizienter und zielgerichteter.

Wenn sich der Aufwand lohnt, wird`s gemacht

Nach wie vor sind staatliche Bildungseinrichtungen hierarchisch geprägt und folgen dem aus den Anfangszeiten der Industrialisierung vorgegebenen Lehrpfad. Aus- und Weiterbildung in den Betrieben wird dagegen oftmals als Kostenfaktor und weniger als Teil des Ressourcenmanagements eingeordnet. Wie wichtig jedoch digitale Lernmassnahmen für die Unternehmen sind, lässt sich anhand einiger Erkenntnissen aus USA festhalten. Bei vier von zehn Unternehmen in den USA wurden mit dem Einsatz von e-Learning die Erträge zum Teil deutlich gesteigert. Die Mitarbeiter-Profitabilität verdreifachte sich, die Gewinnmargen konnten im Schnitt um ein Viertel gesteigert werden.

In den USA versucht das Unternehmen Instructure eLearning in eine neue Dimension zu heben. Instructure strebt eine Lernbegleitung vom ersten Schul- bis zum letzten Arbeitstag an. Hierbei wird eine Cloudbasierte Learning Management Plattform eingesetzt. Diese Technologie ermöglicht es den Anwendern, sich in einer Vielzahl von Umgebungen, Betriebssystemen, Geräten und Standorten zu bewegen, damit alle Beteiligten - Schüler, Lehrer sowie Mitarbeiter und Unternehmen – ihre Lern- und Ausbildungsziele erreichen.

Die ökonomischen Effekte entstehen für Unternehmen dabei aus der Kombination von Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Vor allem in weniger regulierten und bevölkerungsreichen Schwellenländern ist dabei das Wachstum digitaler Lerntechniken besonders hoch. Mit über 3‘000 sogenannten «EdTech»-Firmen, also Unter-nehmen die digitale Lerntechniken anbieten, ist Peking der Champion, gefolgt von San Francisco und New York. Viele dieser Unternehmen sind nicht börsennotiert und beschäftigen sich nicht nur mit dem klassischen Online-Learning sondern setzen dabei auf virtuelle Realität und künstliche Intelligenz. Während die digitale Transformation für Unternehmen die Arbeitseffizienz aber auch die Attraktivität als Arbeitgeber steigert, profitieren auch die Lernenden an den Universitäten. In den USA verschulden sich 60 % der Studenten für ihr Studium. Über 44 Millionen Studenten in den USA sind derzeit direkt oder indirekt beim amerikanischen Staat mit einem Volumen von USD 1.5 Bil. verschuldet. Eine strukturelle Senkung der Kosten drückt diese Bürde und öffnet für eine breitere Öffentlichkeit den gehobenen Bildungsweg.

Die Digitalisierung des Bildungswesens führt in direkter Linie zu einer Demokratisierung des Wissens mit gleich hoher Qualität überall auf der Welt. Denkt man hierbei auch an die hohe demographische Entwicklung in den Schwellenländern so wird das hohe zukünftige Wertepotenzial deutlich sichtbar.

Zusammenfassung

Mit Bildung lässt sich der Wohlstand steigern, des Einzelnen wie auch der gesamten Gesellschaft. Als treibender Faktor wird dabei die Jugend erkannt, denn sie wächst mit den technologischen Errungenschaften auf. Jedoch begleitet uns Bildung ein Leben lang. Neue digitale Technologien intensivieren den direkten und personalisierten Zugang zu Wissen und Anwendung. Er ist erstmals unabhängig von regionalen Gegebenheiten und sozialen Schichten. Digitalisierung und Bildung stellen für die Zukunft eine perfekte Kombination dar.

Anlageideen dazu hat Ihre persönliche Kontaktperson.

Verantwortlich für den Inhalt
Bernd Hartmann, Leiter Group Investment Research
Harald Brandl, Senior Equity Strategist
Marcello Musio, Senior Equity Analyst
Esther Rietzler, Senior Investment Manager

 

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