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Wirtschaftlicher Ausblick

Wirtschaftlicher Ausblick

Lesedauer: 3 Min
Die Weltwirtschaft ist auf Erholungskurs. Die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch angesetzt werden

Weltwirtschaft: Die Weltwirtschaft ist auf Erholungskurs. Die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch angesetzt werden. Von einem Boom ist nicht die Rede. Der globale BIP-Zuwachs profitiert von einem höheren Wachstum in den USA und in Lateinamerika. Die Krise in Brasilien wird in Trippelschritten bewältigt. China dürfte derweil eine leichte Wachstumsabschwächung erfahren. Bei den Industrieländern können sich die USA berechtigte Hoffnung auf eine höhere Expansionsgeschwindigkeit machen. In der Eurozone dürfte die Wachstumsrate auf das Vorjahresniveau kommen.

USA: Wichtige Konjunkturfrühindikatoren legen für das Jahr 2018 höhere Wachstumsraten des privaten Konsums sowie der Investitionen nahe. Bewahrheiten sich diese, dürfte das BIP auf ein Plus von 2.6 % ansteigen. Spannend wird es auf der Inflationsseite: Die Teuerungsraten blieben zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurück. In Anbetracht einer rekordtiefen Arbeitslosenquote könnten nun höhere Löhne und höhere Inflationsraten die Folge sein. Noch ist es allerdings verfrüht, grünes Licht für diese Prognose zu geben. Die Kerninflationsrate lag zuletzt unter dem Ziel der Notenbank von 2 %.

Eurozone: Das starke Wachstum in der Eurozone gehörte im vergangenen Jahr zu den grossen Überraschungen. Die meisten Analysten halten aber die Erwartungen für das Jahr 2018 niedrig und erwarten einen schwächeren BIP-Zuwachs. Aus unserer Sicht werden hierbei jedoch sich selbst verstärkende Effekte vernachlässigt. Kommen nämlich die Investitionen in Fahrt, bedeutet dies, dass sich die Unternehmen gegenseitig mit Aufträgen versorgen. Daraus entwickelt sich dann eine Aufwärtsspirale. Wir sind deshalb optimistisch, dass zumindest eine gesamtwirtschaftliche Expansion auf dem Vorjahresniveau von 2.2 % möglich ist.

Deutschland: Das deutsche Wachstum gewinnt im Jahr 2018 an Breite. In den vergangenen Jahren schob vor allem der private Konsum das Wachstum an – nun kommen auch die Investitionen und Exporte in Fahrt. Die Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft und investieren wieder mehr. Die Zinsen sind niedrig, und die Eurozone scheint wirtschaftlich wieder auf gesunden Beinen zu stehen. Viele Firmenlenker stecken deshalb wieder Geld in eine bessere Ausrüstung. Davon profitieren in der Folge wiederum andere Unternehmen, die mit vollen Auftragsbüchern für Beschäftigung sorgen.

Schweiz: Das eidgenössische Wachstum war im Jahr 2017 eine Enttäuschung. In Anbetracht der guten Konjunkturfrüh-indikatoren wurde eine schnellere Expansions-geschwindigkeit erwartet. Wir rechnen aber nun damit, dass sich die Lücke zwischen den guten Konjunkturfrühin-dikatoren und der tatsächlichen Wachstumsentwicklung zumindest etwas schliessen wird. Wir erwarten, dass die eidgenössische Volkswirtschaft im kommenden Jahr mit 1.5 % wachsen wird.

Schwellenländer: In den Schwellenländern ergibt sich ein gemischteres Bild, wenngleich das positive Wachstum inzwischen mehr Länder erfasst hat als in den vergangenen Jahren. Während die chinesische Volkswirtschaft im bisherigen Jahresverlauf kräftig wuchs, verlangsamte sich die Expansions-geschwindigkeit in Indien etwas. In Lateinamerika zeichnet sich in Brasilien und Argentinien hingegen ein Ende der Rezession und der Beginn einer Erholungsphase ab. Nicht zuletzt dürfte die Stabilisierung des Rohölpreises dazu beigetragen haben, dass sich viele Rohstoff exportierende Volkswirtschaften (beispielsweise Russland) ebenfalls erholen.

Das chinesische BIP wuchs in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 kräftig. Die Wachstumsraten waren dabei ähnlich hoch wie im vergangenen Jahr. Der chinesischen Regierung gelang es bislang, die trendmässige Verlangsamung des Wachstums graduell zu gestalten. Dabei steigen die Wachstumsbeiträge des Konsums im Vergleich zu denjenigen der Investitionen. Der Transformationsprozess der chinesischen Volkswirtschaft hin zu einer stärker konsumorientierten Ökonomie hält somit an.


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