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Mehr wollen, mehr können

Clifford Padevit, Leiter Investment Communication
Lesedauer: 4 Min
Sehen, verstehen, anlegen. Die Finanzkolumne. Zum Start dieser neuen Kolumne stellen wir die Frage, warum Geld anlegen überhaupt sinnvoll ist.

Im Lotto gewinnen? Wäre schön. Von einem Onkel in Amerika einen sechsstelligen Betrag erben? Wer würde da schon Nein sagen. 

Doch nur ganz wenige unter uns werden solches Glück erleben. Darum müssen wir uns selbst bemühen, wenn wir uns finanziell absichern wollen. Mit anderen Worten, sparen. 

Etwas für die Zukunft

Ökonomen definieren sparen in ihrer Fachsprache als Aufschub von Konsum. Stimmt schon. Wir sparen ja, um uns später etwas Besonderes leisten zu können, konkret eine Ausbildung oder ein Auto. Oder wir legen das Geld auf die Seite, um eine Reserve zu haben. So oder so ist Sparen mit Zukunft verbunden. Man will also das Geld erst in ein paar Jahren verwenden. 

Was früher der Sparstrumpf war, wurde das Sparkonto. Doch wer sich an grössere Zinserträge auf dem Sparbuch erinnert, ist schon etwas älter. Wer in Schweizer Franken rechnet, muss sich damit abfinden, dass die Sparzinsen seit mehr als 20 Jahren weniger als 1 % betragen. 

Das ist kein Votum gegen das Sparkonto. Überhaupt nicht. Nur knabbert die Inflation ständig am Wert des Ersparten. Das mag abstrakt klingen. Aber machen wir es konkret: Für einen Einkauf, der vor fünf Jahren 100 Fr. gekostet hat, wären jetzt 107 Fr. fällig. Wer nicht mindestens 7 Fr. mehr in der Tasche hat als vor fünf Jahren, kann sich weniger leisten und hat entsprechend an Kaufkraft verloren. 

Geld anlegen ist somit eine Chance, Wert zu erhalten und ein Vermögen anzusparen. Doch wer glaubt, Anlegen habe mit Nervenkitzel zu tun, mit Hopp- oder Flopp-Wetten, und viel Gewinn in wenigen Tagen, der liegt falsch. Im Gegenteil. Anlegen ist eher wie Gärtnern. Der frisch gesäte Rasen wächst so gut, wie man ihn pflegt. Es geht nicht schneller, wenn man am Gras zieht. Es braucht Zeit. Solange das Vermögen wachsen soll, ist es umso besser, nichts davon zu konsumieren. 

Clifford Padevit

Geld anlegen ist eine Chance, Wert zu erhalten und ein Vermögen anzusparen.

Clifford Padevit Leiter Investment Communication

Risiko ja, aber… 

Der Einwand liegt auf der Zunge und er stimmt zu 100 %: Ja, Anlegen bringt Risiken mit sich. Auch bei sichereren Anleihen. Gibt man einem Staat oder einem Unternehmen Kredit, dann rechnen wir damit, dass die im vornherein abgemachten Zinsen pünktlich bezahlt werden. Und natürlich soll der ausgeliehene Betrag vollständig zurückfliessen. 

Das gleiche gilt für die riskanteren Aktien. Hier erwarten wir, dass die Unternehmen wachsen und der Aktienkurs steigt. Als Draufgabe gibt es oft noch Dividenden. Für alle weiteren Anlageformen ist es dasselbe. Entscheidend ist, diese Risiken zu verteilen. Würde man nur eine Aktie besitzen, würde der Wert des Wertschriftendepots nur von dieser einen Aktie abhängen. Sind es zehn Aktien, sieht es schon besser aus. Und wenn man noch mehr Anlagen mit anderen Eigenschaften dazugibt, wird daraus ein gutes Portfolio.

Wer so anlegt, wird belohnt. Nicht von der Bank, sondern vom Zinseszinseffekt. Würde man jedes Jahr 1 % verdienen, verdoppelte sich das eingesetzte Kapital in 70 Jahren. Bei 4 % sind es 18 Jahre. 

Warum also anlegen? Um mehr aus den Ersparnissen zu machen. Um sich etwas Besonderes zu leisten, um im Alter mehr zur Verfügung zu haben. Wer Lust auf Anlegen hat und mehr über den Finanzmarkt und die Zusammenhänge verstehen will, ist bei dieser Kolumne, die ab sofort monatlich erscheinen wird, genau richtig. 

 

Rechtlicher Hinweis: Die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu Finanzanalysen finden Sie unter https://www.vpbank.com/de/rechtliche-hinweise.

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