News

Schutz vor Betrug im digitalen Raum

Helmut Biedermann, Leiter Kundenberatung Private Banking Liechtenstein & Schweiz
Lesedauer: 4 Min
Der digitale Alltag hat vieles vereinfacht. Leider auch für Betrüger. Cyber-Security ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern betrifft uns alle, privat wie beruflich.

Jede digitale Interaktion, vom Online-Banking bis zu sozialen Medien, kann zur Angriffsfläche werden. Mit professionell gestalteten Webseiten, angeblichen Erfolgsgeschichten in sozialen Medien oder persönlichen E‑Mails suggerieren Betrüger Seriosität, wo keine besteht. Die entscheidende Frage lautet daher: Woran lässt sich Betrug erkennen?

Ein erstes Warnsignal ist Zeitdruck. Wer unter Zeitdruck gesetzt wird oder hört, ein Angebot gelte nur heute, sollte skeptisch werden. Seriöse Anlageangebote beispielsweise funktionieren nicht nach dem Prinzip der sofortigen Zusage. Ebenso verdächtig sind Renditeversprechen, die hoch, konstant und scheinbar risikolos sind. Wo keine Risiken genannt werden, stimmt meist etwas nicht. Cyberkriminelle nutzen gezielt die Anonymität und Geschwindigkeit des Internets, um ihre Opfer zu überrumpeln.

Helmut Biedermann

Schutz beginnt bei den eigenen digitalen Gewohnheiten.

Helmut Biedermann Leiter Kundenberatung Private Banking Liechtenstein & Schweiz

Oft nutzen Betrüger emotionale Hebel. Sie bauen Vertrauen auf, geben sich als Finanzexperten aus oder verwenden bekannte Namen und Logos. Ein kritischer Blick lohnt sich. Stimmen Webadresse und Absender? Gibt es ein vollständiges Impressum und eine nachvollziehbare Kontaktadresse auf der Webseite? Lassen sich Unternehmen unabhängig recherchieren? Bei Forderungen nach Vorauszahlungen oder Fernzugriff auf den Computer ist besondere Vorsicht geboten. Auch unerwartete Anfragen nach persönlichen Daten oder Zugangsinformationen sollten grundsätzlich misstrauisch machen.

Schutz beginnt bei den eigenen digitalen Gewohnheiten. Software und Betriebssysteme sollten immer auf dem neuesten Stand sein, und für jeden Account sollten starke, eigene Passwörter verwendet werden. Mehrstufige Anmeldeverfahren erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Links oder Anhänge aus unbekannten oder unerwarteten Nachrichten sollten nicht geöffnet werden. Wer unsicher ist, fragt lieber einmal mehr bei der Kundenberaterin bzw. dem Kundenberater nach. Gerade im persönlichen Austausch lassen sich Zweifel oft schnell klären.

Cyberkriminelle passen ihre Methoden fortlaufend an. Absolute Sicherheit gibt es zwar nicht, aber Aufmerksamkeit und Wissen reduzieren das Risiko. Je besser man die gängigen Betrugsmaschen kennt, desto schwerer haben es die Angreifer. Wer informiert bleibt und Angebote kritisch hinterfragt, entzieht Betrügern den Nährboden.

#Unternehmensnews