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Spotanalyse

Deutschland: Zurück zu den Tatsachen

Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank Group
Reading time: 1 Min
Die ZEW-Konjunkturerwartungen geben im Juli von 63.4 auf 59.3 nach.

Die Erleichterung über das Ende des strengen Lockdowns war gross. Die ZEW-Konjunkturwartungen stiegen in den vergangenen Monaten auf Boom-Niveaus des Jahres 2006. Die hohen Stände des Konjunkturbarometers markieren das zu erwartende starke Wachstum im dritten Quartal.

Nach dem tiefen wirtschaftlichen Absturz im zweiten Quartal kommt es aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis zu entsprechend hohen Wachstumsraten über den Sommer hinweg. Jetzt heisst es, zurück zu den Tatsachen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen rüsten sich für das Ende der ersten Euphoriewelle.

Schon jetzt ist klar, dass die starken Wachstumsraten vor allem Ausdruck eines mathematischen Basiseffekts sind und nicht etwa einer nachhaltigen konjunkturellen Erholung. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wirken wie ein Brandbeschleuniger für viele Branchen, die auch schon vor Ausbruch des Virus mit Wachstumsschwierigkeiten zu kämpfen hatten.

Prominentestes Beispiel ist in diesem Zusammenhang sicherlich die Automobilindustrie. Damit wird aber aus Kurzarbeit teilweise Arbeitslosigkeit. Die deutsche Wirtschaft wird über das dritte Quartal hinausgeblickt deshalb mit Wachstumsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Der Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen zeigt also die zu erwartende Realität nach dem Wachstumsschub im dritten Quartal.

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