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Spotanalyse

Deutschland: Industrieproduktion steigt im März unerwartet

Lesedauer: 2 Min
Die Industrieproduktion steigt im März um 0.5 % gegenüber dem Februar.

Das ist eine Überraschung: Anstatt eines erwarteten Rückgangs steht im März sogar ein klares Plus bei der Industrieproduktion zu Buche. Es sind die berühmten Nachholeffekte, die sich nun positiv niederschlagen. Nach dem Desaster des WLTP-Abgastest und den fehlenden Autozulassungen, legt jetzt die Automobilproduktion einen Zahn zu. Auch die Bauproduktion hat einen nennenswerten Anteil an der besser als erwarteten Zahl. Damit dürfte das Wachstum im ersten Quartal weniger schlecht ausgefallen sein, als ursprünglich zu erwarten war.

Das veröffentlichte Zahlenwerk ist also positiv für den BIP-Zuwachs in den ersten drei Monaten des Jahres zu werten. Doch vorausschauend bleiben leider die schwachen Auftragseingangsdaten eine Bürde. Die Neubestellungen müssten nachhaltig zulegen, um eine Trendwende in der Industrie einzuleiten. Bislang zeichnet sich dies nicht ab. Erst im Laufe des zweiten Halbjahrs wird es vermutlich wieder positive Impulse der Auslandsnachfrage geben.

Letztlich gilt: Die deutsche Wirtschaft bleibt Spielball der globalen Konjunkturentwicklung. Die Abhängigkeit von der Auslandsnachfrage erweist sich im Umfeld von Handelskonflikten und Abschottungstendenzen als Bürde. Dabei wäre es derzeit so einfach für binnenwirtschaftliche Impulse zu sorgen. Einfach deshalb, weil so viele wichtige Zukunftsthemen derzeit auf Bearbeitung warten. Ein zügiger Ausbau der digitalen Infrastruktur, die weitere Umsetzung der Energiewende, die Modernisierung der Schulen und die Sicherstellung einer guten Lehrerversorgung sind nur einige der drängenden Themenfelder. Die öffentliche Hand könnte jetzt klotzen und die Binnenkonjunktur anschieben. Dies würde auch das Unternehmensvertrauen in den heimischen Standort stärken. In der vorherrschenden Realität wird aber leider nur gekleckert. Möglicherweise wirkt ja die nachgebende Konjunktur als Impulsgeber für mehr Mut, dann könnte dem schwachen Wachstum sogar etwas Positives abgewonnen werden.

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