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Spotanalyse

USA: Fed - Jerome Powell dreht an der Zinsschraube

Lesedauer: 2 Min
Jerome Powell: Ein Einstand nach Mass

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed hob das Zielband für die Federal Funds Rate um 25 Basispunkte auf 1.50 % bis 1.75 % an.

Das nennt sich ein Einstand nach Mass. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit als Fed-Präsident dreht Jerome Powell an der Zinsschraube. Der Notenbankpräsident gab einen optimistischen Konjunkturausblick, gleichzeitig wurde aber auch auf den nur graduellen Anstieg der Inflationsrate verwiesen.

Die Median-Schätzung der Fed-Offiziellen sieht insgesamt drei Zinserhöhungen im laufenden Jahr vor. An der Zinseinschätzung für das Jahr 2018 hat sich somit gegenüber den im Dezember abgegebenen Projektionen keine Änderung ergeben. Nach wie vor gibt es auch Stimmen, die weniger als zwei weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr für angebracht halten. Eine aggressivere Gangart der US-Notenbank steht also in den kommenden Monaten nicht an. Dagegen wurde die Median-Schätzung für den Leitzins der Jahre 2019 und 2020 angehoben. Dies spiegelt sich auch in den Schätzungen für die Inflationsrate wider: Die Fed-Offiziellen erwarten für die kommenden Jahre auch eine höhere Inflationsrate.

Das von der Fed bevorzugte Inflationsmass, die Kernrate der privaten Konsumausgaben, lag zuletzt bei 1.5 %. Für ein forscheres Vorgehen der Währungshüter besteht deshalb in den kommenden Monaten kein Grund. Es sollte auch bedacht werden, dass der dreimonatige USD Libor zuletzt über Gebühr anstieg. Der höhere Geldmarktsatz nimmt bereits weitere Zinserhöhungen vorweg, was bereits jetzt schon wesentlich restriktiver wirkt, als es die US-Notenbank derzeit wünscht.

Jerome Powell hält also an einem vorsichtigen Vorgehen fest und betritt somit die Fussspuren seiner Vorgängerin. Das ist gut so, denn Kontinuität schafft Vertrauen. Ohne Vertrauen der Finanzmärkte wäre die US-Notenbank nicht die bedeutendste Notenbank der Welt.


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