Direkt zum Inhalt
Spotanalyse

USA: Fed dreht weiter an der Zinsschraube

Lesedauer: 2 Min
Fed erhöht den Leitzins – wie erwartet

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed hob das Zielband für die Federal Funds Rate um 25 Basispunkte auf 1.75 % bis 2.00 % an.

Die Zinserhöhung ist keine grosse Überraschung. Die gut laufende Wirtschaft und die steigenden Inflationsraten machten eine weitere geldpolitische Straffung notwendig. Doch wie immer gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das Augenmerk richtet sich auf den weiteren Zinskurs. Die Schätzung der Fed-Offiziellen zeigt nun im Mittel, dass insgesamt vier Zinserhöhungen im laufenden Jahr auf der Agenda stehen. Zuvor waren es drei Zinserhöhungen. Die Fed lässt auch die sogenannte Forward Guidance fallen, also dass die Zinsen auf absehbare Zeit tief bleiben werden. Laut Powell bedeutet die Streichung der Forward Guidance im Fed-Statement aber nicht, dass sich die grundsätzliche Sichtweise der Fed geändert habe. Die Änderungen seien ausschließlich Ausdruck des Fortschritts der Wirtschaft.

Eine substanzielle Änderung der Zinspolitik legt das Pressestatement als auch die Aussagen Jerome Powells nicht nahe. Dass nun zwei weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr anstehen sollen, haut auch niemanden aus den Schuhen. Vielmehr bekommt die quartalsweise Anhebung der Leitzinsen nun auch offiziellen Charakter. Insgesamt gilt deshalb: Die US-Notenbank bleibt trotz des etwas hawkisheren Tons vorsichtig.

Zwar schiebt die US-Steuerreform das US-Wachstum an, doch auf der anderen Seite sorgen die Trump’schen Zollavancen für globale Verunsicherung. So wird etwa das Investitionswachstum in der Eurozone im laufenden Jahr schwächer ausfallen als ursprünglich zu erwarten war. Die Fed wird die gestiegenen weltwirtschaftlichen Risiken bei ihren kommenden Zinssitzungen mit ins Kalkül ziehen. Darüber hinaus gilt: Mit der heutigen Zinserhöhung rückt das neutrale Zinsniveau näher. Letzteres dürfte im Bereich der 2.5 % liegen. Geht es darüber hinaus, wirkt jede weitere geldpolitische Straffung restriktiv, also wachtumsdämpfend. Kurzum: Die US-Notenbank schwenkt trotz zweier weiterer Zinsschritte im laufenden Jahr nicht auf einen aggressiven geldpolitischen Kurs ein. Es geht wohl im Quartalsrhythmus voran und fährt dabei auf Sicht.

#Research
 ·  News aus den Finanzmärkten
Der Franken lässt die Muskeln spielen
Mehr dazu
 ·  Investment Ideen
Digitale Transformation und Sicherheit - «Alexa, beschütze mich!»
Mehr dazu
 ·  News aus den Finanzmärkten
Drohen US-Strafzölle auf europäische Autos?
Mehr dazu

Ersten Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.