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Spotanalyse

SNB lässt die geldpolitische Ausrichtung unverändert

Lesedauer: 2 Min
Es war nichts anderes zu erwarten gewesen: Die eidgenössischen Währungshüter halten die Füsse still. Im dritten Quartal schrumpfte das BIP und die Inflationsrate ist auf Rückzugskurs.

Die Teuerung ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise liegt gerade einmal noch bei 0.2 %. Darüber hinaus verbuchte der Schweizer Franken gemessen an den Notierungen in den Frühjahresmonaten durchaus spürbare Kursgewinne gegenüber dem Euro. Thomas Jordan hatte also keinen Anlass die geldpolitischen Zügel zu straffen.

Die Medienmitteilung der SNB klingt einführend ausgewogen. Im weiteren Verlauf, wenn es auf die Gefahren zu sprechen kommt, verdüstert sich das von den eidgenössischen Währungshütern gezeichnete Bild. Es wird auf „bedeutende Risiken“ hingewiesen. Die Notenbanker sprechen hierbei von „politischen Unsicherheiten“ und „protektionistischen Tendenzen“.

Unsere Einschätzung: An den niedrigen Teuerungsraten ändert sich vorerst kaum etwas Nennenswertes. Gerade auch deshalb bleibt die aktuelle geldpolitische Ausrichtung bis auf weiteres bestehen. Innerhalb der SNB wird man heute aber auch mit Spannung die EZB-Zinssitzung verfolgen. Stellen die europäischen Währungshüter ihre Wertpapieraufkaufprogramm zum Jahresende ein, wäre ein nächster logischer Schritt eine Zinserhöhung der EZB – allerdings nicht vor Ende des Sommers 2019 und immer unter der Voraussetzung einer soliden Konjunkturentwicklung. Würden die Frankfurter Währungshüter etwas restriktiver, hätte auch die SNB Spielraum für eine moderate geldpolitische Straffung. All dies ist aber ein Szenario für das Jahr 2020. Wir wollen allerdings zu bedenken geben: Wenn wir uns über das Jahr 2020 unterhalten, ist die prognostische Unschärfe hoch. Sollte sich nämlich die Konjunktur deutlicher als erwartet abkühlen, müsste auch über einen sehr langen Horizont an der gegenwärtigen expansiven Geldpolitik festgehalten werden.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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