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Spotanalyse

Schweiz: Franken - der ehemalige Mindestwechselkurs lässt grüssen

Lesedauer: 2 Min
Franken - der ehemalige Mindestwechselkurs lässt grüssen

Der Schweizer Franken gab zuletzt gegenüber dem Euro merklich nach. Die eidgenössische Währung liegt nun auf dem Niveau des Mindestwechselkurses von 1.20, den die SNB von September 2011 bis zum Januar 2015 erfolgreich verteidigte.

Wesentlicher Triebfeder der Bewegung dürfte die sich auftuende unterschiedliche geldpolitische Haltung der EZB und der SNB sein. Während die europäischen Währungshüter zumindest einen sanften Strategiewechsel ihrer geldpolitischen Ausrichtung erkennen lassen, zeigte man sich auf der schweizerischen Seite unbeeindruckt. SNB-Präsident Thomas Jordan hält eine Änderung der Geldpolitik einem jüngsten Interview zufolge für nicht angebracht.

Gemessen an der Kaufkraftparität liegt nun der Franken gegenüber dem Euro in der Nähe der fairen Niveaus. Eine weitere Schwäche der eidgenössischen Valuta lässt sich aus diesem Blickwinkel nicht ableiten. Darüber hinaus sollte bedacht werden: Wichtige Konjunkturvorlaufindikatoren der Eurozone gaben zuletzt merklich nach. Die Debatte um einen möglichen Handelskrieg hinterliess im gemeinsamen Währungsraum deutliche Bremsspuren. Möglicherweise geht also die Euphorie gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung zu weit.

Der sich eintrübende Konjunkturausblick wird auch die Europäische Zentralbank nicht kalt lassen. Wirtschaftliche Risiken haben in den vergangenen Wochen jedenfalls zu-, und nicht abgenommen. Dies passt wiederum nicht zur Entwicklung des Euro. Die Gemeinschaftswährung wertete gemessen gegenüber einem breiten Währungsindex in den vergangenen Tagen – unbeeindruckt vom Rückgang wichtiger wirtschaftlicher Frühindikatoren – weiter auf. Per saldo legte der Euro gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner seit den Frühjahrsmonaten 2017 um mehr als 12 % zu.

Üblicherweise kommt es nach solchen Kursgewinnen zu einer stärkeren Korrektur. Hierzu passt auch, dass spekulative Anleger im rekordhohen Ausmass auf eine weitere Aufwertung des Euro wetten. Dies mahnt zur Vorsicht. Historisch ist feststellbar, dass es bei solch einseitigen Positionierungen stets zu einer Schwäche derjenigen Währung kam, auf die eigentlich gesetzt wurde. Wir rechnen deshalb damit, dass in den kommenden Monaten der Euro nochmals nachgeben wird. Das wird auch nicht ohne Folge für den Franken bleiben. Aus unserer Sicht sollten in den kommenden Monaten etwas niedrigere Notierungen beim Währungspaar EUR/CHF auf der Agenda stehen.


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