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Spotanalyse

Schweiz: BIP – Von der Überholspur in den Straßengraben

Lesedauer: 1 Min
Was für eine Vollbremsung! Die eidgenössische Wirtschaft war im ersten Halbjahr auf der Überholspur. Jetzt endet die Fahrt jäh im Strassengraben.

Das BIP schrumpft unerwartet um 0.2 % gegenüber dem Vorquartal. Rückläufige Exporte und Ausrüstungsinvestitionen belasteten die Expansion des Bruttoinlandsprodukts deutlich. Das ist eine herbe Enttäuschung. Auf der Entstehungsseite des BIP lässt sich zumindest eine Sonderbelastung identifizieren: Infolge des trockenen Sommers und dem damit einhergehenden Niedrigwasser kam es zu Produktionsausfällen im Energiesektor.

Vorausschauend gilt: Der Wachstumszenit ist überschritten. Die konjunkturelle Schwäche in der benachbarten Eurozone hinterlässt auch in der eidgenössischen Wirtschaft Bremsspuren. Darüber hinaus sorgen die Handelskonflikte für Verunsicherung. Unternehmen neigen in solch einem Umfeld dazu, Investitionen aufzuschieben.

Gefahren eines fortgesetzten wirtschaftlichen Absturzes bestehen auf der anderen Seite auch nicht. Der private Konsum sollte das Wachstum auf Kurs halten und auch die Ausrüstungsinvestitionen werden trotz einer schwächeren Dynamik in den kommenden Quartalen wieder positiv zum Wachstum beitragen. Die Expansion des BIP schwimmt von nun an vielmehr im Fahrwasser der BIP-Zuwächse der Eurozone. Insgesamt gilt: Die Zeit des eidgenössischen Wachstumsüberfliegers ist vorbei – Willkommen auf dem Boden der Tatsachen.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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